Warum Fieber entsteht, wie man richtig misst, und was bei Fieber in Verbindung mit Schmerzen rasch Linderung bringen kann.
An unsere Körpertemperatur hat sich das Regulationssystem aller Organe und Zellen angepasst, wie etwa die Produktion von Enzymen oder Hormonen. Gerät die Körpertemperatur beim Menschen aus dem Lot, so ist das ein sicheres Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Eine höhere Temperatur kurbelt automatisch die Immunabwehr an. Steigt die Temperatur über 41 °C, können manche Regelsysteme im Körper nicht mehr funktionieren.
Fieber ist keine Krankheit, sondern ein körpereigenes Warn- und Abwehrsignal. Der Körper erhöht seine Temperatur gezielt, um Krankheitserregern das Leben schwer zu machen und gleichzeitig das Immunsystem zu unterstützen. Häufige Auslöser sind Infekte wie grippaler Infekt, Influenza oder ein Magen-Darm-Infekt. Seltener sind Entzündungen oder Reaktionen nach Impfungen die Ursache, wenn die Körpertemperatur steigt.
Fieber macht sich anfangs oft durch Frösteln oder Schüttelfrost bemerkbar. Die Ursache ist einfach: Die Muskeln arbeiten verstärkt, die Körpertemperatur steigt, das schwächt die Krankheitserreger. Aus diesem Grund sollte Fieber nicht sofort mit Medikamenten unterdrückt werden, denn es unterstützt den Körper bei der Selbstheilung. Die Wärmeabgabe über die Haut wird gedrosselt, daher sind Hände und Füße oft kalt und die Wangen blass.
Trockene Haut, ein schneller Puls und beschleunigtes Atmen sind weitere Anzeichen von Fieber. Auch Schweißausbrüche, erhöhte Puls- und Atemfrequenz sowie ein gesteigertes Durst- und ein vermindertes Hungergefühl sind typische Zeichen für Fieber. Sehr hohes Fieber ist oft auch mit Halluzinationen und Fieberkrämpfen verbunden.
Je nachdem, wo Fieber gemessen wird, fallen die Werte unterschiedlich aus. Daher ist es wichtig, immer an der gleichen Stelle und zur gleichen Tageszeit zu messen sowie auch das gleiche Thermometer zu verwenden. Nur so lassen sich die Messergebnisse gut vergleichen. Am genauesten ist die rektale Messung, doch nicht für jeden angenehm. Die orale Messung unter der Zunge kann durch das Trinken oder Atmen durch den Mund beeinflusst sein. Moderne Infrarot-Fieberthermometer messen besonders einfach und schnell die Körpertemperatur im Ohr oder an der Stirn. Sie liefern sehr rasch zuverlässige Messwerte und sind leicht zu reinigen. Unter der Achsel ist die Temperatur oft niedriger als rektal, und auch das Thermometer kann leichter verrutschen.
Erhöhte Temperatur, leichtes oder mäßiges Fieber sind meist noch kein Anlass zur Sorge. Auch im gesunden Zustand kann die Temperatur im Körper schwanken, etwa durch den weiblichen Zyklus, in der Schwangerschaft oder bei besonders anstrengenden Aktivitäten kann die Temperatur steigen.
Wichtig ist es, bei diesen Anzeichen regelmäßig das Fieber zu messen, um die Entwicklung zu beobachten. Bestimmte Erkrankungen gehen mit ganz typischen Fieberverläufen einher. So ist es für eine „echte“ Grippe, die Influenza, typisch, dass die Körpertemperatur innerhalb weniger Stunden sehr hoch ansteigt. Grippale Infekte oder Erkältungen zeigen hingegen eine eher langsam steigende Fieberkurve mit nicht allzu hohem Fieber. Manchmal bleibt die Temperatur auch im Normalbereich.
Bei vielen Infekten entstehen Botenstoffe wie etwa sogenannte Prostaglandine, die im Körper Entzündungsreaktionen verstärken. Diese Botenstoffe spielen gleichzeitig eine Rolle beim Anstieg der Körpertemperatur, dem Schmerzempfinden sowie bei Anzeichen von Entzündungen wie Rötungen oder Schwellungen. Daher treten Fieber und Schmerzen häufig gemeinsam auf, lassen sich aber in vielen Fällen auch mit denselben Strategien lindern.
Ein bewährtes Hausmittel, das sich oft ganz von selbst ergibt, ist, viel Flüssigkeit zu trinken und sich auszuruhen. Fieber kostet den Körper Energie und führt durch das Schwitzen auch zu Flüssigkeitsverlust. Daher ist es wichtig, Wasser, Kräutertee oder klare Suppe zu sich zu nehmen – auf mehr hat man meist ohnehin keine Lust. Ruhe unterstützt die Regeneration, daher sollte man auf Computer, Handy und Fernsehen zumindest ein paar Tage verzichten. Lauwarme Waschungen, kühle Umschläge oder Wadenwickel können manchmal bei Fieber und Schmerzen angenehm sein und Linderung bringen. Wer unter Schüttelfrost leidet, sollte sich zuerst aufwärmen und auf kühle Wickel verzichten. Leichte Kleidung und regelmäßiges Lüften können hilfreich sein.
Selbstmedikation kann bei leichten bis mäßigen Schmerzen und Fieber sinnvoll sein, vorausgesetzt, sie erfolgt verantwortungsvoll. Ab etwa 38,5 °C oder bei deutlichem Krankheitsgefühl kann eine fiebersenkende Behandlung helfen, das Allgemeinbefinden zu verbessern. Schmerzen sollten gelindert werden, wenn sie den Alltag einschränken oder Schlaf und Erholung verhindern.
Für die Selbstmedikation werden vor allem Paracetamol und Ibuprofen eingesetzt. Ibuprofen gehört zur Medikamentengruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika, abgekürzt als NSAR bezeichnet. Diese Wirkstoffe bekämpfen Entzündungen und deren Symptome wie Schmerzen oder Schwellungen und sind aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung gut verträglich. Dank der schmerzlindernden, entzündungshemmenden und fiebersenkenden Wirkweise kann Ibuprofen sehr vielseitig bei Schmerzen und Fieber angewandt werden. Der Wirkstoff Ibuprofen ist in einer Dosis bis 400 mg rezeptfrei erhältlich. Dennoch gilt: niedrigste wirksame Dosis, kürzestmögliche Einnahmedauer und Packungsbeilage beachten. Verschiedene Schmerzmittel sollten keinesfalls kombiniert werden.