Schwitzen gehört zum Sommer

Wer in der Sonne liegt, durch südliche Altstädte spaziert, am Flughafen mit Koffern unterwegs ist oder bei 30 Grad auf den nächsten Bus wartet, kommt leicht ins Schwitzen. Das ist ganz normal, denn der Körper reguliert über Schweiß seine Temperatur und schützt sich vor Überhitzung.

Viele Frauen in der zweiten Lebenshälfte kennen dieses Schwitzen aber nicht nur im Sommer, und manchmal ist der Leidensdruck hoch, wenn Hitzewallungen und Schweißausbrüche in den Wechseljahren zum Alltag gehören. Sie kommen oft plötzlich, unabhängig von der Außentemperatur, manchmal sogar mitten in der Nacht oder in klimatisierten Räumen. Genau dieser Unterschied macht sie für viele Frauen so belastend, ganz besonders auf Reisen. Denn gerade im Urlaub möchte man sich frei, entspannt und sicher fühlen. Man möchte ein Sommerkleid tragen, unbeschwert essen gehen, gut schlafen, Ausflüge genießen und nicht ständig überlegen, ob die nächste Hitzewallung kommt. Wechseljahresbeschwerden machen aber keine Urlaubspause.

Sonne, Hitze oder doch Hormone?

Normales Schwitzen entsteht meist nachvollziehbar: Es ist heiß, man bewegt sich, trägt zu warme Kleidung oder sitzt in einem schlecht belüfteten Raum. Der Körper produziert Schweiß, damit dieser auf der Haut verdunstet und kühlt. Hitzewallungen in den Wechseljahren fühlen sich anders an. Viele Frauen beschreiben sie als plötzlich aufsteigende Wärme, oft vom Brustbereich über Hals und Gesicht. Dazu können Herzklopfen, Rötung, Schweißausbruch, innere Unruhe oder danach ein Frösteln kommen.
Der Hintergrund liegt in der hormonellen Umstellung. In den Wechseljahren verändert sich der Östrogenspiegel. Dadurch kann auch die Temperaturregulation im Gehirn empfindlicher reagieren. Schon kleine Reize können dann eine starke Wärmereaktion auslösen. Typische Wechseljahresbeschwerden sind neben Hitzewallungen und Schweißausbrüchen auch Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen oder Ängstlichkeit.

Reisen können Beschwerden verstärken

Reisen bringt Abwechslung, aber auch viele kleine Stressoren. Schon die Anreise kann den Körper fordern, etwa durch frühes Aufstehen, Koffertragen, lange Wartezeiten, enge Sitzplätze, Klimaanlagen, wenig Schlaf und ungewohnte Essenszeiten. Dazu kommen am Urlaubsort Hitze, Luftfeuchtigkeit, Alkohol, Kaffee, scharfes Essen oder spätes Abendessen. All das kann Hitzewallungen begünstigen.
Auch die Nacht ist im Urlaub nicht immer erholsam. Ein fremdes Bett, Straßenlärm, Mücken, Zeitumstellung oder ein zu warmes Zimmer können den Schlaf stören. Wenn dann noch nächtliche Schweißausbrüche dazukommen, wachen viele Frauen erschöpft auf. Das kann die Stimmung, Energie und Belastbarkeit am nächsten Tag spürbar beeinflussen.
Wechseljahresbeschwerden sind keine Einbildung, sondern Ausdruck einer natürlichen Lebensphase, die jede Frau unterschiedlich erlebt. Manche haben kaum Beschwerden, andere fühlen sich über Jahre beeinträchtigt. Gerade deshalb lohnt es sich, den eigenen Körper ernst zu nehmen und vor einer Reise gut vorzusorgen.

Kleidung: leicht, luftig, flexibel

Bei Hitzewallungen hilft das Zwiebelprinzip, das heißt: Leichte, atmungsaktive Kleidung in mehreren dünnen Schichten lässt sich rasch anpassen. Naturfasern oder moderne Funktionsmaterialien können angenehmer sein als sehr enge, synthetische Stoffe. Ein dünnes Tuch oder eine leichte Jacke ist praktisch, wenn nach einer Hitzewallung plötzlich Frösteln einsetzt oder wenn Klimaanlagen sehr kühl eingestellt sind.
Für lange Anreisen lohnt es sich, Wechselkleidung ins Handgepäck zu geben. Ein frisches Shirt, Feuchttücher, ein kleiner Fächer, Deo und eine leichte Wasserflasche können Sicherheit geben. Wer stark schwitzt, sollte auch auf bequeme Schuhe achten: Schweiß, Hitze und Reibung begünstigen Blasen und Hautreizungen.

Trinken, aber richtig

Bei Hitze, Aktivurlaub oder nächtlichem Schwitzen steigt der Bedarf an Flüssigkeit. Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Fruchtsäfte sind gute Begleiter. Alkohol dagegen kann Hitzewallungen bei manchen Frauen verstärken und fördert zusätzlich Flüssigkeitsverlust. Auch Kaffee, sehr scharfe Speisen oder schwere Mahlzeiten werden von manchen Frauen als Auslöser wahrgenommen.

Gut schlafen im Urlaub

Nächtliches Schwitzen ist besonders belastend, weil es die Erholung stört. Wer weiß, dass Hitzewallungen nachts auftreten, kann schon bei der Unterkunft darauf achten, wie die Ausstattung ist. Klimaanlage oder Ventilator, gute Lüftungsmöglichkeit, dünne Decken und leichte Schlafkleidung sind hilfreich. Ein Handtuch auf dem Polster, ein zweites Nachthemd oder Shirt neben dem Bett und eine Wasserflasche in Reichweite können die Nacht entspannter machen.
Späte schwere Mahlzeiten, Alkohol, sehr warme Duschen oder intensive Aktivitäten kurz vor dem Schlafengehen können Beschwerden verstärken.

Pflanzliche Unterstützung in den Wechseljahren

Viele Frauen wünschen sich in den Wechseljahren eine Unterstützung ohne künstliche Hormone. Pflanzliche Arzneimittel, zum Beispiel mit einem Extrakt aus dem Sibirischen Rhabarber, werden zur Besserung von durch die Wechseljahre bedingten Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen und Ängstlichkeit eingesetzt. Wichtig ist: Pflanzliche Arzneimittel wirken nicht wie Akutmittel, die man erst beim Boarding oder am Strand einnimmt. Bei pflanzlichen Arzneimitteln zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden ist oft eine regelmäßige Einnahme über mehrere Wochen vorgesehen. Wer also für den Urlaub vorsorgen möchte, sollte rechtzeitig in der Apotheke nachfragen.