Eine fundierte, evidenzbasierte Beratung an der Tara kann helfen, diese Phase nicht nur zu „überstehen“, sondern gezielt zu nutzen, um Osteoporose, Herzinfarkt und Diabetes frühzeitig vorzubeugen. Zentral bleibt dabei: Hormontherapie, Lebensstil und Phytopharmaka sind keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Kombination.
Nach der Menopause nimmt die Knochendichte deutlich schneller ab, da der Schutz der Östrogene wegfällt. Bereits in der Perimenopause können pro Jahr bis zu 1–2 % Knochensubstanz verloren gehen – ein deutlicher Beschleuniger der natürlichen Altersosteoporose. Ohne Intervention steigt das Risiko großer Frakturen, insbesondere von Hüfte, Wirbelkörpern und Radius, kontinuierlich. Die Basis der Therapie bilden eine kalziumreiche, pflanzenbetonte Ernährung, ausreichende Vitamin-D-Zufuhr und regelmäßiges Krafttraining zur Stärkung von Knochen und Muskeln. Bei nachgewiesener Osteoporose oder sehr hohem Frakturrisiko kommen nach individueller Abwägung Antiresorptiva (z.B. Bisphosphonate, Denosumab) oder osteoanabole Substanzen infrage.
Bis zur Menopause üben Östrogene eine gewisse Schutzfunktion, insbesondere vor atherosklerotischen Gefäßveränderungen, aus. Mit dem Absinken der Östrogene steigt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich an. Die vasodilatierenden und entzündungshemmenden Effekte des Östrogens fallen weg, während die Elastizität der Blutgefäße abnimmt und sich die Durchblutung der Organe verschlechtert. Auch das Risiko für das metabolische Syndrom ist bei postmenopausalen Frauen 2- bis 3-mal höher als prämenopausal. Die aktuelle S3-Leitlinie betont, dass die HRT keine Indikation zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen ist, sondern unter Berücksichtigung des individuellen Risikoprofils primär zur Behandlung klimakterischer Beschwerden eingesetzt wird.
Laut aktuellen Studien sind Ernährung und Bewegung die wirksamsten Maßnahmen zur Prävention von Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Adipositas in der Postmenopause. Bei der Ernährung sollte mehr auf eine nachhaltige Strategie als auf eine strikte Diät gesetzt werden. Eine ballaststoffreiche, pflanzenbetonte Ernährung mit ausreichend Protein (1,0–1,2 g pro kg Körpergewicht) und pflanzlichen Fetten ist empfehlenswert. Zucker, raffinierte Kohlenhydrate und stark verarbeitete Lebensmittel sollen reduziert verzehrt werden. Zusätzlich 2-mal pro Woche Krafttraining in Kombination mit Ausdauersport schützt Knochen und Muskeln, verbessert die Haltung, senkt das Sturz- und Frakturrisiko, stärkt Herz und Kreislauf und stabilisiert Blutzucker und Gewicht. Die Einhaltung regelmäßiger Schlafzeiten und einer reduzierten abendlichen Bildschirmzeit sowie Entspannungstechniken können die Erholung nachweislich unterstützen, um hohe Kortisollevel, Insulinresistenz, kardiovaskuläre Risiken und viszerales Fett zu vermeiden. Bei anhaltenden Schlaf- und Angstproblemen ist eine kognitive Verhaltenstherapie empfehlenswert.
Phytopharmaka eignen sich in der Menopause insbesondere für Frauen, die eine Hormonersatztherapie ablehnen, oder wenn diese kontraindiziert ist. Evidenzbasiert können Präparate mit Traubensilberkerze, Phytoöstrogenen (Isoflavone, Soja, Rotklee, Rhapontik-Rhabarber) oder Johanniskraut eingesetzt werden – unter Berücksichtigung von Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme und persönlichen Präferenzen sowie nach Durchführung einer individuellen Risiko-Nutzen-Abwägung.