Zecken, Flöhe und Co.: Apothekenkompetenz für Tiergesundheit

Die meisten Tierärzte in Österreich sind nach einer Weiterbildung berechtigt, eine Hausapotheke zu führen. Deshalb werden Tierarzneimittel in den meisten öffentlichen Apotheken nicht regelmäßig nachgefragt. Immer mehr Tierbesitzer schätzen jedoch den niederschwelligen Zugang und lassen sich auch an der Tara für ihre Schützlinge beraten. Neben Produkten zur Fell- und Pfotenpflege sowie Beruhigungsmitteln (z. B. bei Übersiedlungen oder zu Silvester) werden auch Mittel gegen Parasiten, wie z. B. Zecken oder Flöhe, häufig nachgefragt. Ausführliche Informationen zu diesem Thema sind auf der Website der ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) unter www.esccap.de zu finden.

Die in Mitteleuropa heimischen Schildzecken sind ab ca. 7 °C Außentemperatur aktiv und machen auch vor Haustieren nicht Halt. Die weiblichen Zecken saugen sich vor der Eiablage bis zu zehn Tage lang fest. Um eine Übertragung von Krankheiten auf die Vierbeiner zu verhindern, sollten die Tiere nach einem Aufenthalt im Freien regelmäßig auf Zecken abgesucht werden. Haben sich die Zecken bereits festgesaugt, werden sie am besten mit einer Zeckenpinzette langsam und ohne zu drehen entfernt. Anschließend sollte die Stelle desinfiziert und die Zecke entsorgt werden. Zur Vorbeugung eignen sich Akarizide, welche als Spray, Spot-on oder als Halsbänder zur Verfügung stehen. Bei der Beratung sollten die Tierhalter auf die Wirkdauer und mögliche Wirkverluste (z. B. durch Baden oder starkes Bürsten) hingewiesen werden.

Flohbefall hingegen kann bei Hunden und Katzen ganzjährig auftreten. Die Stiche verursachen einen starken Juckreiz, sehr selten können Tiere auch allergisch auf den Flohspeichel reagieren. Bei der Flohbehandlung ist es wichtig, zu wissen, dass sich nur die ausgewachsenen Flöhe auf den Tieren aufhalten. Der Großteil der Eier, Larven und Puppen befindet sich in der Umgebung, die in solchen Fällen mitbehandelt werden muss. Teppichböden und Polstermöbel können abgesaugt werden, der Staubsaugersack sollte anschließend in einen Plastiksack eingepackt und über den Hausmüll entsorgt werden. Decken und Spielzeug sollte mit mind. 60 °C gewaschen werden, um die Flöhe nachhaltig loszuwerden. Bei sehr starkem Befall gibt es auch sogenannte „Fogger“, die den Raum mit einem Pestizid ausnebeln. Zusätzlich sollten Präparate angewendet werden, welche die adulten Flöhe auf dem Tier abtöten. Wichtig ist, dass alle Tiere eines Haushaltes mitbehandelt und anschließend mit einem geeigneten Mittel entwurmt werden, da Flöhe auch als Zwischenwirt für Bandwürmer dienen. Zur Behandlung und Prophylaxe eignen sich Ektoparasitizide, welche auf das Fell aufgetragen werden. Frisch behandelte Tiere sollten nicht im Bett des Tierbesitzers schlafen oder in Gewässern schwimmen gehen, um Wasserorganismen nicht zu gefährden (Gebrauchsanweisung beachten!). Als Alternative stehen den Tierhaltern mittlerweile auch Tabletten als ­Applikationsform zur Verfügung, die sich jedoch in der Rezeptpflicht befinden.

AutorIn: Mag. pharm. Katharina Ender

Apo-K 17|2021

Herausgeber: Ärztekrone VerlagsgesmbH
Publikationsdatum: 2021-09-17