Fortbildung unter Strom – das Einmaleins des digitalen Lernens

E-Learning im engeren Sinne

Zeichnet sich neben der Kernanforderung der Vermittlung von Wissen über elektronische Medien durch die Eigenschaft der Interaktivität aus. Damit ist gemeint, dass der Benutzer verschiedene Steuerungs- und Eingriffsmöglichkeiten hat. Die meisten im Rahmen des DFP verfügbaren E-Learnings erfüllen dieses Kriterium, indem sie den Lesefluss durch Multiple-Choice-Fragen unterbrechen und so Lernakzente setzen. E-Learning wird häufig beim inhaltlichen Format Fallstudium eingesetzt, so zum Beispiel auf www.diplomfortbildung.at.

Microlearning

Eine noch relativ junge Art des Lernens, bei der das Lernen der ­Inhalte nicht en bloc, sondern in kleinen Portionen erfolgt. Das Smartphone ist dafür das perfekte Gerät, weil Push-Nachrichten den Benutzer auf eine neue Lerneinheit aufmerksam machen können. Meist wird das Wissen beim Microlearning über Multiple-Choice-Fragen und deren Auflösung vermittelt. Auf die Korrektheit der Beantwortung abgestimmte Wiederholungsroutinen sollen dafür sorgen, dass das Gelernte auch im Langzeitgedächtnis landet. Und weil der Wissenstransfer so mobil und angenehm nebenher erfolgt, wird häufig auch von „Alltagslernen“ gesprochen. Mit der DFP-App diePUNKTE:on wird der MedMedia Verlag Ende September das erste Fortbildungstool launchen, das Microlearning ermöglicht. Die App wird ab diesem Zeitpunkt Ärzten und medizinischem Fachpersonal kostenlos im App Store und bei Google Play zum Download zur Verfügung stehen.

 

 

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Webinare

Laut Wikipedia ein so genanntes Kofferwort aus World Wide Web und Seminar. Damit soll nicht die Intelligenz des Erfinders dieses Formates diskreditiert werden, sondern zum Ausdruck kommen, dass ein Seminar-Setting online abgebildet wird. Webinare finden, genauso wie reale Seminare, zu einem bestimmten Zeitpunkt statt, und die Kommunikation erfolgt idealerweise in beide Richtungen. Vorteil dieses Formates: Es können theoretisch unbegrenzt viele Personen teilnehmen, und die Anreisezeit zum Veranstaltungsort entfällt. Nachteil: Auch im Jahr 2015 hat die Technik ihre Tücken, was dem eigentlichen Seminarinhalt zu einem unfreiwillig komischen Rahmenprogramm verhelfen kann.

Online-Literaturstudium

Neben den Veranstaltungen der Klassiker unter den DFP-Formaten. State-of-the-Art-Artikel werden in einem Printmedium publiziert und inklusive Fragebogen zusätzlich online gestellt. Obwohl lediglich die Testierung interaktiv vonstattengeht, kann die digitale Variante des Literaturstudiums zum E-Learning im weiteren Sinne gezählt werden. Viele Ärzte schätzen die Möglichkeit der crossmedialen Verknüpfung von Printlektüre und Online-Testierung auf www.meindfp.at. Noch vor wenigen Jahren wurden etwa 80 % der Fragebögen in Print ausgefüllt und per Fax übermittelt, lediglich 20 % wurden online ausgefüllt und abgeschickt. Heute hat sich dieses Verhältnis umgekehrt.

 

 

Videolearning

Ebenfalls längst etabliert hat sich die Möglichkeit, DFP-Vorträge und andere für Fortbildung aufbereitete Inhalte über Videoplayer anzusehen und anschließend gleich online die Testierung durchzuführen. Besondere Pionierleistung hat dabei die Gesellschaft der Ärzte geleistet, die seit über zehn Jahren DFP-Videos auf seiner Website ­www.billrothhaus.at anbietet. Bei diesem Format gilt natürlich ebenso wie für Fortbildungs-Veranstaltungen: Nicht nur der Inhalt, sondern auch die Didaktik selbst hängen vom Vortragenden ab. Das Team von Vielgesundheit.at hat den Bewegtbild-Ansatz weiterentwickelt und bietet unter www.vielgesundheit.at speziell gestaltete, DFP-approbierte Fachfilme an.

Audiolearning

Die rein akustische Umsetzung von Fortbildungskursen ohne visuelle Unterstützung stellt sicher für viele Lernwillige eine Herausforderung in Hinblick auf Konzentration und Vorstellungsvermögen dar. Umso wichtiger ist es, mit professionellen Sprechern und wohldosiert eingesetzten Sound­effekten ein lebendiges Hörerlebnis zu schaffen. Großer Vorteil dieses Formates: Über Bluetooth kann ein Audiokurs zum Beispiel auf die Soundanlage des Autos übertragen und so etwa während einer längeren Autofahrt konsumiert werden. Auch diese Fortbildungsvariante wird von der MedMedia-App diePUNKTE:on unterstützt werden.

 

Blended Learning

Zu Deutsch „integriertes Lernen“ ist eine weitere E-Learning-Variante, bei der die Vorteile einer Präsenzveranstaltung mit den Möglichkeiten des digitalen Lernens kombiniert werden. Entscheidend dabei ist die didaktisch wirksame Abstimmung der beiden Formate, sowohl sequenziell als auch inhaltlich. Richtig umgesetzt stellt integriertes Lernen nach Ansicht von Lerntheoretikern eine effiziente Form der Wissensvermittlung dar.

AutorIn: Dr. med. Christian Maté

hat in Österreich das Gesundheitsportal netdoktor gegründet und viele Jahre geleitet. Seit 2014 zeichnet Maté für den Digitalbereich des MedMedia Verlags verantwortlich mit Fokus auf Fortbildung sowie Arzt-Patienten­-Kommunikation.

Portraitfoto: Michael Rausch-Schott


A&P 01|2015

Herausgeber: MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH
Publikationsdatum: 2015-09-25