Erste Resultate der AUGMENT-101-Studie mit Revumenib

KMT2A-Alterationen stellen eine seltene genetische Veränderung bei AML dar, diese Patient:innen haben ein hohes Rezidivrisiko nach konventioneller Chemotherapie oder allogener Stammzelltransplantation (AlloTX). Bei diesen Patient:innen sowie bei der größeren Subgruppe der NPM1-mutierten AML ist die Interaktion von Menin und KMT2A (MLL1) der Auslöser der Leukämieentstehung. Menin-Inhibitoren wurden bereits in Phase-I-Studien untersucht, und erste Effektivitäts- und Sicherheitsdaten waren vielversprechend.

Die aktuelle Studie untersuchte Revumenib (SNDX-5613) bei einer großen Kohorte von refraktärer bzw. rezidivierter KMT2Ar AML, AUL oder ALL. 94 Patient:innen mit einem medianen Alter von 37 Jahren konnten in diese Phase-II-Studie inkludiert werden. Revumenib ist eine sogenanntes „small molecule“ und wird oral in einem 28-Tage-Zyklus verabreicht.

80 % der Patient:innen erlitten Therapie-assoziierte Nebenwirkungen (54 % ≥ Grad 3). Am häufigsten traten Übelkeit, ein Differenzierungssyndrom, sowie QTc-Verlängerungen auf.

Die Gesamtansprechrate lag bei 63 %, composite CR-Rate (CRc) 43 %, die mittlere Dauer der CR lag bei 6,3 Monaten. Etwa 70 % aller CR-Patient:innen erreichten MRD-Negativität. Die Studie erreichte bei der vorgeplanten Interimsanalyse ihren primären Endpunkt (CR+ CRh).

Fazit:
Die Behandlung mit einem Menin-Inhibitor scheint ein vielversprechender Therapieansatz bei dieser Form von Hochrisiko-AML/AUL zu sein, daneben könnte auch die wesentlich größere Population der AML mit NPM1-Mutation von diesem Konzept profitieren.