Ergebnisse der Phase-IIb-Studie SPOTLIGHT-204 zu intraläsionalem BO-112 bei resektablem Basalzellkarzinom präsentierte Maria Teresa Fernández-Figueras. BO-112 ist eine nanopartikuläre Formulierung synthetischer doppelsträngiger RNA. Präklinische Untersuchungen zeigten immunogenen Tumorzelltod und eine verstärkte T-Zell-Infiltration.1, 2
Die multizentrische, einarmige Studie umfasste 50 Patient:innen, von denen 46 in die primäre Auswertung eingingen. Nach zunächst drei wöchentlichen Injektionen waren zusätzliche Behandlungszyklen möglich. Die operative Entfernung zur abschließenden histopathologischen Beurteilung war für Woche 24–30 vorgesehen.1
Den kombinierten klinisch-visuellen und histopathologischen primären Endpunkt erreichten 28 von 46 Patienten (61 %, 95-%-KI 45–75 %). Dieser erforderte keine vollständige Tumorfreiheit, sondern erlaubte auch eine unveränderte sichtbare Läsion, sofern histologisch weniger als 50 % vitaler Resttumor vorlagen. Eine vollständige klinisch-visuelle und histopathologische Rückbildung zeigte sich bei 18 von 32 Patient:innen mit Hochrisikotumoren im Kopf-Hals-Bereich (56 %) und bei 16 von 26 Patient:innen mit Hochrisikotumoren im Gesicht (62 %).1 Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, behandlungsbedingte Nebenwirkungen vom Grad 3 und Therapieabbrüche wurden nicht berichtet. 91 % der behandlungsbedingten Nebenwirkungen waren vom Grad 1.1
Fazit für die Praxis: Die Ergebnisse liefern ein frühes Wirksamkeitssignal für eine lokale Immuntherapie beim Basalzellkarzinom. Wegen der fehlenden Vergleichsgruppe und der vorgesehenen operativen Entfernung bleibt jedoch offen, ob BO-112 eine dauerhafte Tumorkontrolle ohne Operation ermöglichen kann. Eine Gleichwertigkeit gegenüber der chirurgischen Standardtherapie ist nicht belegt.