Highlights bei urogenitalen Tumoren

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Urothelkarzinom – neoadjuvante Therapie

VESPER-Studie (multiple Chemotherapie mit wichtigem Stellenwert): Phase-III-Studie verglich erstmals dd-MVAC (Dose-dense Methotrexat, Vinblastin, Doxorubicin, Cisplatin) vs. Cisplatin/Gemcitabin im perioperativen Setting. Bezugnehmend auf die neoadjuvante Patientengruppe fiel das PFS nach 3 Jahren zugunsten der 4-fach-Kombination aus (HR = 0,7; p = 0,025), auch bei den Ansprechraten und beim Gesamtüberleben zeigt sich, dass ist die Therapie mit 4 Substanzen zu bevorzugen ist. Die Therapie geht allerdings mit höheren Raten an Übelkeit, Erbrechen, Asthenie, Anämie sowie febriler Neutropenie einher.

AURA (ONCODISTINCT-004)-Studie: kleinere Phase-II-Studie, in der die neoadjuvante Chemotherapie in Kombination mit Immuntherapie bei Patienten mit muskelinvasivem Urothelkarzinom geprüft wurde: dd-MVAC + Avelumab vs. Cisplatin/Gemcitabin + Avelumab. Im primären Endpunkt der pathologischen Komplettremissionsrate zeigt diese Studie einen Vorteil durch dd-MVAC auch in Kombination mit Avelumab: 64 % vs. 57 %. Dennoch ist eine Cisplatin-hältige Therapie im neoadjuvanten Setting wichtig. Welche Kombination für welches Patientenkollektiv ideal ist, muss anhand von Biomarkern und anderen Parametern entschieden werden.

NABUCCO-Studie / Kohorte 2: high vs. low dose präoperative Immuntherapiekombination mit Ipilimumab + Nivolumab bei Patienten, die für eine Cisplatin-Therapie nicht geeignet sind. Primärer Endpunkt der Studie war die Komplettremissionsrate, definiert als ypT0/TisN0. Ipilimumab 3 mg war der Gewinner: In der Kohorte mit Ipi 3 mg + Nivo 1 mg wurde das beste Ergebnis erzielt, nämlich eine pCR-Rate von 75 % gegenüber 21 % in der Kohorte mit Ipi 1 mg + Nivo 3 mg.

 

Urothelkarzinom – metastasiertes Setting

NORSE-Studie: In der Phase-II-Studie wurde Erdafitinib vs. Erdafitinib + Immuntherapie (Cetrelimab) bei Cisplatin-ungeeigneten Patienten mit FGFR-Mutation/Fusion untersucht. Der primäre Endpunkt Gesamtansprechrate fiel zugunsten der Kombination unabhängig vom PD-L1- oder FGFR-Alterationsstatus aus.

Neue Substanz sEphB4-HSA: In einer Phase-II-Studie wurde Pembrolizumab in Kombination mit dem Antikörper sEphB4-HSA (B4) bei metastasierten Patienten nach Platinversagen geprüft. Das Gesamtüberleben konnte mit der neuen Kombinationstherapie verlängert und die Responserate verbessert werden, besonders bei jenen Patienten, die EphrinB2 an der Urothelkarzinomzelle exprimiert hatten. EphrinB2 ist somit auch ein prädiktiver/prognostischer Marker für das Ansprechen auf den Ephrin-Inhibitor.

 

Nierenzellkarzinom

STAR-Studie: große randomisierte Phase-II/III-Studie zur Evaluierung, ob eine intermittierende TKI-Pause (Pazopanib/Sunitinib) das Überleben verlängern und die QoL verbessern kann. Es gab für die Gruppe mit pausierter Therapie (Reinduktion nach Progression) im Vergleich mit der Gruppe unter kontinuierlicher Therapiegabe keinen Unterschied im Gesamtüberleben. Hinsichtlich der reduzierten Toxizität und der Kostenersparnis macht es Sinn, die Behandlung mit TKIs auch über einen längeren Zeitraum zu pausieren.

PRISM-Studie: In der Phase-II-Studie konnte mit einer anderen Gabe von Ipilimumab, nämlich 12-wöchentlicher Gabe (statt 3-wöchentlicher), die Rate an Grad-3/4-Toxizität um 20 % reduziert werden ohne Verluste bei der Effizienz.

Oraler HIF-2α-Inhibitor: Eine Phase-II-Studie mit dem HIF-2α-Inhibitor Belzutifan in Kombination mit Cabozantinib ab der zweiten Therapielinie ergab beeindruckende Responseraten um 30 % unabhängig vom IMDC-Risikofaktor.