AHF-Schladming erstellte Community-Manifest für Bundesminister Rauch

Eines der erklärten Ziele des AHF-Schladming war es, die „Schwarmintelligenz“ der vor Ort versammelten Berufsgruppen zu nutzen, um einen Forderungskatalog für die neue Bundesregierung zu entwerfen. Harald Katzmair und sein Team von FAS Research sammelten alle drei Tage Themen der Community vor Ort. Sie erstellten aus den 560 Einmeldungen und anhand eines abschließenden Votings zwölf Prioritäten-Cluster. Am Samstag wurde das „Manifest“ von Christoph Hörhan, Gründer des Austrian Health Forum, an Gesundheitsminister Johannes Rauch übergeben. Hörhan dazu: „Mit dem Manifest haben wir einen gemeinsamen Richtungssinn in der Gesundheit entwickelt. Jetzt geht’s darum dieses Verständnis umzusetzen.“

Die überdurchschnittlich hoch priorisierten Agenden davon waren:

  1. Prävention & Gesundheitsförderung: Ausbau von personalisierten Präventions- und Gesundheitsförderungsprogrammen, sowie Stärkung der Impfbereitschaft
  2. Finanzierung aus einer Hand: Auslotung von Reform-Möglichkeiten zur Vereinheitlichung der Finanzierungsquellen und Abbau von Doppelgleisigkeiten und Bürokratie
  3. Integrierte, zielgenaue und niederschwellige Versorgung: Entlastung der Spitäler durch Stärkung der integrierten Primärversorgung, sowie niederschwellige Angebote von Apotheken, Community Nurses, 1450 und anderen Gesundheitsberufen
  4. Health Literacy: Förderung der Gesundheitskompetenz durch Bildungseinheiten und Verbesserung des Zugangs zu gesicherten Gesundheitsinformationen
  5. Einheitlicher österreichischer Datenraum: Schaffung eines institutionenübergreifenden „Health Data Space“, der die gesamte Patient:innenreise abbildet
  6. Attraktivierung der Gesundheitsberufe: Verbesserte Rahmenbedingungen für Kassenärzt:innen und Pflegeberufe sowie leichterer Zugang zur Rot-Weiß-Rot-Karte
  7. E-Health und KI: Weiterverfolgung einer umfassenden E-Health-Strategie sowie Ausbau der Nutzung von Künstlicher Intelligenz zur Entlastung des medizinischen Personals

Chefanalyst Peter Filzmaier und Bundesminister Rauch unterstrichen Vertrauen als wesentlichen „Heilfaktor“.

Als effektive „Behandlung“ für unser System wurde – passend zum Hauptthema des Kongresses – von vielen Systemkenner:innen die Notwendigkeit der Wiederherstellung und Stärkung des Vertrauens zueinander unterstrichen. Dazu Analyst Peter Filzmaier in seiner Keynote: „Geht das Vertrauen verloren, gerät von der guten Behandlung der Patienten bis zur Akzeptanz der Gesundheitseinrichtungen alles ins Wanken. Schuld sind die Akteure im Gesundheitssystem, die oft nur Negativkommunikation gegen den jeweils anderen betreiben. So schafft man ganz sicher kein Vertrauen.”

Dazu Bundesminister Johannes Rauch: „Ohne das Vertrauen der Akteure untereinander ist politische Entscheidungsfindung kaum möglich. Nur mit dem Vertrauen und der Zustimmung der Menschen gewinnen wir wichtige Daten, die für die Steuerung des Systems und für die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden nötig sind. Authentische Kommunikation ist der Schlüssel, um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen. Das Gegenüber ernst nehmen, zuhören, den Menschen ehrlich erklären, was geht und was nicht geht.“ Und die AHF-Kuratorin und Direktorin für die Öffentliche Gesundheit, Katharina Reich betonte die Bedeutung des Austrian Health Forum für diesen vertrauensvollen Lösungsfindungsprozess: „Beim Austrian Health Forum konnten sich die zahlreichen Akteure des österreichischen Gesundheitssystems zu den Zukunftsthemen austauschen, um für die Bevölkerung auch weiterhin eine niederschwellige und hochwertige medizinische Versorgung sicherzustellen.“

„Das Kongressthema Vertrauen als Fundament eines erfolgreichen Gesundheitssystem hat sich als Volltreffer erwiesen. Wir freuen uns über die Teilnahme und Zustimmung von allen 400 Teilnehmer:innen“, so AHF-Gründer Christoph Hörhan. „In Zeiten, wo die Umsetzung der Gesundheitsreform auf der Kippe steht, ist es umso wichtiger, alle Verantwortlichen zusammenzubringen und die gemeinsamen Ziele in den Vordergrund zu stellen.“ (red)