Angepasste Corona-Impfstoffe sind unterwegs

Angesichts der hohen Infektionszahlen und Warnungen vor einer neuen Welle im Herbst stellt sich die Frage nach dem Stand der Corona-Impfstoffe. Relatus gibt einen Überblick.

Der US-Konzern Moderna steht kurz vor Abschluss der Entwicklung eines an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffs. Der Impfstoff könne im August bereitgestellt werden, berichten deutsche Medien. Der weitere Zeitplan hänge dann von den Zulassungsbehörden ab. Mit der Europäischen Kommission und einigen Staaten habe Moderna Verträge geschlossen, die es ihnen ermöglichten, vom Corona-Standardimpfstoff auf den an Omikron angepassten Impfstoff umzusteigen, sagte ein Unternehmenssprecher. Laut Moderna hilft der Booster gegen die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5. Das Mainzer Unternehmen Biontech hat ebenfalls einen angepassten Omikron-Impfstoff für die nächsten Monate angekündigt.

Österreich, Deutschland, Dänemark, Finnland und Bulgarien kaufen indes heuer insgesamt 1,25 Millionen Dosen des Covid-19-Totimpfstoffs vom austro-französischen Hersteller Valneva, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Das Unternehmen geht davon aus, dass die ersten Impfstoffdosen in den kommenden Wochen an die teilnehmenden EU-Mitgliedstaaten geliefert werden. Ursprünglich war die Lieferung von 60 Millionen Dosen vereinbart worden, von denen etwa 27 Millionen für dieses Jahr vorgesehen waren. Die massive Kürzung des Vertrags war bereits am 20. Juli angekündigt worden. Nun sei die Opt-out-Periode der Mitgliedstaaten abgelaufen, hieß es in einer Aussendung. Verzögerungen im Zulassungsverfahren und eine geringere Impfstoffnachfrage, die durch ein Überangebot an Vakzinen und eine Verlangsamung der Impfungen verursacht wurde, veranlassten die EU-Staaten, Änderungen am ursprünglichen Vertrag vorzunehmen.

Die Europäische Kommission hat sich parallel den Zugriff auf bis zu 250 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der spanischen Firma Hipra für 14 Mitgliedsstaaten gesichert. Der Wirkstoff wurde als Booster-Impfung entwickelt und wird derzeit von der EU-Arzneimittelagentur EMA geprüft. „Angesichts der Zunahme der Covid-19-Infektionen in Europa müssen wir bestmöglich Vorsorge treffen, bevor die Herbst- und Wintermonate anbrechen“, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Im Gegensatz zu den sogenannten mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna handelt es sich beim Hipra-Produkt um einen proteinbasierten Impfstoff. Laut EMA-Angaben enthält er zwei Versionen des Spike-Proteins, die im Labor künstlich hergestellt werden. (red/Agenturen)