Corona-Impfung ist auch für Allergiker sicher, sagen Fachgesellschaften

Die potenzielle Covid-19-Impfung ist laut aktuellem Wissensstand auch für Allergiker sicher. Das betonten am Wochenende die AG Allergologie und die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) in einer gemeinsamen Aussendung. Das Gesundheitsministerium startet eine Infohotline zur Impfung.

mRNA-Impfstoffe – wie jene von Biontech/Pfizer und Moderna – übermitteln dem Körper den Bauplan für ein Virus-Antigen, das dann in den Zellen hergestellt wird und eine Immunisierung bewirkt. „Die in den Zulassungsstudien und ersten Publikationen zu den mRNA-Impfungen bekannt gewordenen Nebenwirkungen sind häufig, erwartbar, mild sowie zeitlich limitiert“, hielt Wolfram Hötzenecker, Vorsitzender der AG Allergologie, fest. Die Bevölkerung müsse aufgeklärt statt abgeschreckt werden. Die pauschale Empfehlung der britischen Arzneimittelaufsicht, aufgrund von zwei Zwischenfällen im Land, jede Person mit einer zuvor bekannten Sofortreaktion auf einen Impfstoff, ein Medikament oder ein Nahrungsmittel von einer Impfung durch den Biontech/Pfizer-Wirkstoff auszuschließen, scheint Heinz Kofler, Leiter des Allergieambulatoriums Hall in Tirol, als „nicht gerechtfertigt“. „Durch sorgfältige Vorbereitung, Durchführung und 15- bis 30-minütige Nachbeobachtung können eventuell dennoch auftretende allergische Zwischenfälle schnell erkannt und gut abgefangen werden“, sagte er.

Bei Patienten unter laufender immunsuppressiver oder immunmodulierender Therapie dürfen keine Lebendimpfstoffe verabreicht werden. „Totimpfstoffe sind dagegen uneingeschränkt einsetzbar“, erklärte Hans Skvara von der ÖGDV. mRNA-Impfstoffe seien als Totimpfstoffe anzusehen und dürften bei Patienten mit Psoriasis und unter immunsuppressiver oder immunmodulierender Therapie keine Gefahr darstellen: „Zumindest liegen keine gegenteiligen Studien vor.“ Generell seien allergische Vorerkrankungen kein bekannter Risikofaktor für eine Covid-19-Impfung, bekräftigten die Fachgesellschaften. Die Impfung könne jedoch selten zu allergologischen Nebenwirkungen führen. „Impfen ist daher eine ärztliche Aufgabe, die immer unter entsprechenden Sicherheitsbedingungen erfolgen muss“, sagte Stefan Wöhrl von der AG Allergologie. „Die Stigmatisierung allergischer Patienten, bei denen in der Vergangenheit ein Zwischenfall nach Gabe von Impfstoffen, Medikamenten oder Nahrungsmitteln vermutet wurde, ist derzeit nicht ausreichend begründet“, gab sich Wöhrl überzeugt.

Das Gesundheitsministerium startet am Montag (21.12.) gemeinsam mit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) eine Info-Hotline zur Impfung gegen das Coronavirus. Unter der Telefonnummer 0800-555-621 kann man Fragen zur Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe stellen. Die Hotline ist sieben Tage die Woche, rund um die Uhr erreichbar, gab Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Sonntag bekannt. Anschober verwies auch auf die Informationsangebote auf den Websites des Gesundheitsministeriums und jenes der AGES. Die mögliche Impfung verlange den Menschen, die in Österreich leben, die Entscheidung ab, sich impfen zu lassen. „Um diese Entscheidung zu erleichtern, stellen wir ein breites und transparentes Informationsangebot zu Verfügung und werden ehrlich über mögliche Vor- und Nachteile sprechen.“ Die Impfung sei „der essenzielle Schlüssel, um die Pandemie zu bekämpfen. Je mehr sich impfen lassen, desto früher werden wir diese Pandemie besiegen“, betonte der Minister. (red)