Forschungen und Studien zum Thema Corona-Mischimpfungen

(c) AstraZeneca

Die Medizinische Universität Innsbruck startet unter der Leitung der Virologin Dorothee von Laer eine Studie zu Mischimpfungen. Laut einer britischen Studie sind Nebenwirkungen bei einer gemischten Corona-Impfung etwas häufiger.

Wer zwei unterschiedliche Corona-Impfstoffe bei seiner Erst- und Zweitimpfung erhält, hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate Nebenwirkungen nach der zweiten Dosis. Das geht aus vorläufigen Daten einer Studie der Universität Oxford hervor, die nun im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht wurden. Anlass zur Sorge um die Patientensicherheit gebe es deswegen aber nicht, betonten die Wissenschaftler. Ob die Immunreaktion davon betroffen ist, könne noch nicht beurteilt werden. Daten dazu würden aber in den kommenden Monaten erwartet.

Eine Studie dazu läuft auch in Öserreich. An der MedUni Innsbruck wird nach einer Erstimpfung mit AstraZeneca als Zweitimpfung der Impfstoff von Biontech/Pfizer herangezogen. Rund 3.000 Probanden sollen an der Studie teilnehmen, hieß es seitens der MedUni. Die Teilnehmer setzen sich überwiegend aus Gesundheitspersonal mehrerer Krankenhäuser zusammen. Dabei werden nur Probanden herangezogen, die bereits regulär ihre Erstimpfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca erhalten haben. In Deutschland wird Frauen bis zum 60. Lebensjahr, die bei der ersten Impfung AstraZeneca bekommen haben, bereits die Zweitimpfung mit Biontech/Pfizer angeboten. In Österreich sieht das Nationale Impfgremium diese Möglichkeit zur Zeit nicht vor. Aus Erfahrung mit anderen Impfstoffen wisse man, dass sogenannte heterologe Impfungen – also Mischimpfungen – oft wirksamer als homologe Impfungen sind, sagt Von Laer. Dies gelte insbesondere, wenn ein Vektor-Impfstoff involviert sei. Zwei Mal der gleiche Vektor-Impfstoff sei in der Regel deutlich weniger effektiv, als ein Vektor-Impfstoff, nach dem ein anderer Impfstofftyp verwendet werde. Auch bei den Fluchtmutanten des Coronavirus könnte eine Mischimpfung den Schutz erhöhen, meinte die Virologin.

In der britischen Studie wurden Fälle untersucht, bei denen im Abstand von vier Wochen entweder zuerst das Präparat von AstraZeneca verabreicht wurde und dann der Impfstoff von Biontech/Pfizer oder umgekehrt. In beiden Fällen war die Häufigkeit der leichten und moderaten Nebenwirkungen erhöht. „Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass die Vergabe zweier unterschiedlicher Dosen zu vermehrten Arbeitsausfällen am Tag nach der Impfung führt“, sagte Matthew Snape von der Uni Oxford, der die Studie leitet. Das sei etwa wichtig für die Planung von Impfungen bei Beschäftigten im Gesundheitsbereich. Betrachtet wurden 830 Freiwillige im Alter von über 50 Jahren, die in vier Gruppen jeweils zwei Impfdosen gleicher Art und in unterschiedlicher Reihenfolge je zuerst das eine und dann das andere Präparat erhielten. Es sei möglich, dass die Nebenwirkungen bei jüngeren Menschen noch verbreiteter seien, hieß es in der Mitteilung weiter. Im April wurde die Studie um weitere Varianten mit den Impfstoffen Moderna und Novavax als Zweitdosis nach einer Erstimpfung mit AstraZeneca oder Biontech/Pfizer erweitert – die Ergebnisse dazu stehen noch aus. (red/APA)