Aviso: 23.Jänner 2021, www.impftag.at

Österreichischer Impftag 2021 im Zeichen von COVID-19

  • Österreichischer Impftag: „COVID-Impfstoffe und ihre Herausforderungen: erhofft – gefürchtet – verfügbar“
  • Die Fachtagung wird am 23. Jänner 2021 als virtuelles Event aus dem Van Swieten Saal der Medizinischen Universität Wien als Live-Stream übertragen.
  • Anmeldung unter www.impftag.at.

Unter dem medizinisch-wissenschaftlichen Vorsitz von Ursula Wiedermann-Schmidt, der Leiterin des Zentrums für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie der MedUni Wien, werden am 23. Jänner von zahlreichen ExpertInnen relevante Fragen einerseits zum Thema Impfstoffe, anderseits auch zum Thema Impflogistik beleuchtet.
Bei einer gemeinsamen virtuellen Vorab-Pressekonferenz plädierten Ursula Wiedermann-Schmidt, Rudolf Schmitzberger (Leiter des Impfreferates der Österreichischen Ärztekammer, ÖÄK) und Gerhard Kobinger (Präsidiumsmitglied der Österreichischen Apothekerkammer) für eine breite Teilnahme an der Impfung. Ziel sei es, eine Durchimpfungsrate von mindestens 70 Prozent zu erreichen.

Hohe Impfbereitschaft unter ÄrztInnen
Angesichts der Verunsicherung in der Bevölkerung vor allem in Bezug auf die neue Impfstofftechnologie seien Aufklärung und Information umso wichtiger, betont Rudolf Schmitzberger, Leiter des Impfreferats der Österreichischen Ärztekammer. Die Motivation der Bevölkerung, sich impfen zu lassen, sei stark gestiegen und liege momentan bei etwa 50 Prozent. Unter Ärzten ist die Impfbereitschaft besonders hoch, wie die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der Wiener Ärztekammer zeigen: 75 Prozent möchten sich sofort impfen lassen. In Vorarlberg wurde bereits mit der Durchimpfung der niedergelassenen Ärzte begonnen, in Wien startet man am 15.Jänner.

Gemeinsames Credo: An einem Strang ziehen
Wichtig in der Umsetzung sei eine Synergie von zentraler Beschaffung und föderalistischer Umsetzung, also eine optimale Kooperation von Bund/ÖÄK mit maximaler Einbindung der Bundesländer, betont Schmitzberger: „Die logistische Herausforderung, möglichst viele Menschen möglichst rasch zu impfen, erfordert es, dass alle an einem Strang ziehen. Hier ist auch kein Platz für politisches Geplänkel“.
Wie Gerhard Kobinger, Präsidiumsmitglied der Österreichischen Apothekerkammer, betont, werden die ApothekerInnen die Impfaktion mit vollem Einsatz unterstützen: „Wir klären auf, beraten und stärken das Vertrauen der Menschen in die Corona-Schutzimpfung. Nicht zuletzt werden wir unseren Beitrag leisten, um auch bei der herausfordernden Impflogistik zu unterstützen, wenn der Impfstoff für alle bereitsteht.“
Er verweist dazu auf die Erfahrungen der Influenza-Impfaktion: Diese haben gezeigt, dass alle Player gemeinsam an einem Strang ziehen müssen, um eine möglichst hohe Durchimpfungsrate zu erreichen. Abseits der Corona-Impfung appelliert Kobinger, nicht auf andere bisherige Routineimpfungen zu vergessen.

Wer kann geimpft werden
Geimpft werden können auch Risikopersonen, wie HIV- und Krebspatienten, wie Wiedermann-Schmidt betont, auch AllergikerInnen können geimpft werden. „Bei denjenigen, die schon einmal auf eine Impfung eine allergische Reaktion gezeigt haben, wird man mit größeren Vorsichtsmaßnahmen agieren.“ Für Schwangere sind die Impfstoffe aktuell noch nicht zugelassen, da diese Gruppe in den ersten Studien nicht involviert war und noch keine Daten vorliegen. Ebenso sind Kinder unter 16 Jahren derzeit von den Impfungen ausgenommen. Das werde sich aber im Lauf des Jahres 2021 mit der Zulassung weiterer Impfstoffe noch ändern können.
Die beiden derzeit zugelassen Impfstoffe sind mRNA-Impfstoffe: Bei diesen werde kein virales Antigen geimpft, sondern die mRNA quasi „als Bauanleitung für das gewünschte Protein“ – im Falle von SARS-CoV-2 die Spike-Proteine des Virus. „Die mRNA gelangt niemals direkt in den Zellkern und damit auch mit hundertprozentiger Sicherheit nicht in das menschliche Genom“, betont Wiedermann-Schmidt. Derzeit in Entwicklung beziehungsweise bereits in Zulassung stehen Impfstoffe, die mit Hilfe von Adenoviren ebenfalls mRNA in die Zellen schleusen und dann praktisch nach demselben Schema funktionieren. 

(Quelle: MedUniWien, Pressetext Impftag; Red./shi)