Valneva erwartet EU-Zulassung von Totimpfstoff im April

In den nächsten Wochen könnte ein weiterer Corona-Impfstoff auf den Markt kommen. Das französisch-österreichische Unternehmen Valneva setzt dabei auf bewährte Impfstofftechnologie.

Die Herstellungsart des in Wien entwickelten Covid-19 „Totimpfstoffes“ VLA2001 der österreichisch-französischen Firma Valneva ist seit Jahrzehnten bewährt und soll „den einen oder anderen überzeugen, sich bis zum Herbst doch noch impfen zu lassen“, erklärte Christoph Jandl von Valneva Austria bei einer Pressekonferenz. Er erwartet die Zulassung von VLA2001 durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) im April für die Altersgruppe der 18- bis 55-Jährigen. „Wir haben alle nötigen Dokumente bei der EMA eingereicht und alle ihre Fragen beantwortet“, sagte Jandl. Eine Auslieferung in Österreich wäre demnach im Mai möglich.

Der Ganzvirusimpfstoff enthält nicht nur das Spike-Protein von SARS-CoV-2, sondern das Virus würde in abgetöteter Form als Ganzes dem Immunsystem präsentiert, sagte Jandl: „Der Vorteil davon ist, dass das Immunsystem auch andere Virusbestandteile sieht und eine tendenziell breitere Immunantwort ausgelöst wird“. Diese Technologie ist schon seit über hundert Jahren beim Tollwutimpfstoff bewährt, und wird auch zum Beispiel bei der FSME-Impfung und gegen Hepatitis-Viren angewendet.

Die Entwicklung und Herstellung sind allerdings ein langwieriger Prozess, deshalb war der Valneva-Totimpfstoff nicht so schnell verfügbar wie etwa mRNA- und Vektor-Vakzine, erklärte er. Zunächst wurde das Coronavirus von einer erkrankten Frau aus China in Italien isoliert, so Jandl. Dann habe man im Hochsicherheitslabor Zellen in Kulturschalen infiziert, und die Viren wurde darin vermehrt, bis große Mengen zur Verfügung standen. Anschließend isolierten die Labormitarbeiter die Viren aus den Zellkulturbestandteilen und inaktivierten die Krankheitserreger chemisch. Die Viren sind deshalb nicht mehr infektiös, aber alle ihre Oberflächenbestandteile sind intakt und können vom Immunsystem erkannt werden, erklärt Jandl. Nach dem Zusatz von Wirkverstärkern (Adjuvantien) und Stabilisatoren wurde das Vakzin in Chargen abgefüllt. „Jede einzelne davon wird in unseren Labors und zusätzlich von den Behörden getestet“, sagte er. Der gesamte Herstellungsprozess würde in Europa abgewickelt. In den klinischen Studien habe man auch Immunreaktionen gegen andere SARS-CoV-2 Bestandteile als das Spike-Protein beobachtet, deshalb würde der Impfstoff VLA2001 auch gut gegen verschiedenste Varianten wirken. Bei Delta und Omikron wurden jedenfalls neutralisierende Antikörper nachgewiesen. (red/APA)