SP 04|2020

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

Focus: Coping with Corona

  • Interview zum SP: „Vergrößerungsglas für Problembereiche“

    Die Corona-Pandemie bedeutet eine hohe psychosoziale Belastung für weite Teile der
    Bevölkerung, aber nicht für alle im gleichen Ausmaß, für manche Gruppen mehr und für kleine Subgruppen auch gar nicht.

    Wichtigster Grundsatz: In dieser für alle völlig neuen Situation sind Belastungssymptome eine ganz normale Reaktion, und deshalb ist es auch ganz normal, Hilfe zu suchen oder zu geben.

    Wichtig für die langfristige Mitarbeit der Bevölkerung ist eine gute und klare
    Kommunikation notwendiger Schutzmaßnahmen: Was machen wir, aus welchem
    Grund, und mit welcher Dringlichkeit?

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  • Frauen und Corona: Psychosoziale Belastungen, Ressourcen und was es braucht

    In „systemrelevanten“ Berufen im Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich sowie im Lebensmittelhandel und in der Reinigungsbranche sind mehr als zwei Drittel aller Beschäftigten Frauen.

    In der Corona-Krise, besonders in Lockdown-Zeiten, haben sich bereits bestehende frauenspezifische Probleme massiv verschärft – Mehrfachbelastung durch Beruf und Familie, meist schlecht(er) bezahlte oder gar unbezahlte Arbeit, häufig in Teilzeit und prekären, abhängigen Beschäftigungs- bzw. Lebensverhältnissen.

    Frauen als familiäre Care-Arbeiterinnen und Systemerhalterinnen – in der Corona-Krise und überhaupt in unserer Gesellschaft – brauchen mehr als einmalige Corona-Prämien und „Blumen“. 

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  • Krisenintervention in Zeiten der Pandemie

    Für die Arbeit der Krisenintervention hat die Pandemie Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen: zum einen in der vermehrten Entstehung individueller Krisen, zum anderen auf Abläufe und Verfügbarkeit von Krisenintervention durch die verordneten Beschränkungen.

    Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich ein deutlich unterschiedliches Profil auslösender Faktoren bei pandemieassoziierten Krisen.

    Es gilt, ausreichend Krisenintervention und psychosoziale Hilfestellung auch im Sinne der Prävention von Suiziden anzubieten, um Betroffene bei der Bewältigung der umfassenden sozialen Auswirkungen der Pandemie unterstützen zu können.

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  • Corona-Alltag und sozioemotionale Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen

    Der Wegfall basaler und evolutionär selektierter mimischer Kommunikationscodes beim Tragen von Gesichtsmasken wiegt besonders störend bei Kleinkindern und Kindern in der vulnerablen Anfangsphase der sozioemotionalen Entwicklung.

    Eine Einschränkung der Sozialkontakte hat Auswirkungen auf kindliche Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten – das Üben von Gemeinschaft gelingt am besten während gemeinschaftlich verbrachter Zeiten.

    Das Fehlen räumlicher Ausweichmöglichkeiten in Corona-Zeiten erhöht das Risiko an innerfamiliärer Gewalt.

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  • Geduldsprobe COVID-19

    Die Corona-Krise zerrt an unser aller „Nerven“ und stellt eine gehörige Belastung dar. Auch wenn die Belastungen sehr vielgestaltig und heterogen verteilt sind, sitzen wir letztlich alle im selben Boot.

    Die gute Nachricht ist, dass die Krise vorbeigehen wird und dass wir bis dahin unser Leben dennoch sinnstiftend und erlebnisreich gestalten können.

    Unser wichtigstes Asset dabei ist unser Sozialkapital, das sich aus unseren sozialen Beziehungen speist, die mit anderen Mitteln zu kultivieren unsere vornehmste Aufgabe ist.

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Panorama

  • Pandemie-Pandämonium: Warum das Hamstern von Klopapier Sinn macht

    Bei einschneidenden individuellen und kollektiven Geschehnissen und Veränderungen folgen psychoanalytische Antworten auf die Bedeutungsfrage prinzipiell dem Prinzip der Nachträglichkeit. In dieser Hinsicht konzipierte Freud seine zweite Traumatheorie als eine Ereignisabfolge: Ein erstes Ereignis wird erst durch ein zweites Geschehen mit einem Rückwirkeffekt zu einem traumatischen Erlebnis. Daher ist die hier zu stellende Frage nicht nur: „Was ist Corona?“, sondern vor allem: „Was wird Corona gewesen sein?“

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  • Sucht im Alter

    Auch im fortgeschrittenen Alter sind Abhängigkeitserkrankungen häufig, wobei diese oft lange unentdeckt bleiben.

    Die Medikamentenabhängigkeit ist bei älteren Menschen wahrscheinlich die häufigste Suchterkrankung.

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