SP 02|2021

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

Focus: Genetik und Biomarker in der Psychiatrie

  • „Mit Genetik zu Antworten auf pathophysiologische Fragen“
    Mit Univ.-Prof. Dr. Dan Rujescu hat am 1. Mai 2021 ein international renommierter und für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der biologischen Psychiatrie vielfach ausgezeichneter Wissenschafter die Leitung der Abteilung für Allgemeine Psychiatrie an der MedUni Wien angetreten. Prof. Rujescu ...Weiterlesen ...
  • Bildgebung auf dem Weg zur Präzisionsmedizin in der Psychiatrie

    Der Einsatz bildgebender Verfahren – wie CT, MRT, SPECT etc. – ermöglicht ein deutlich erweitertes Verständnis zentralnervöser Abläufe und deren Funktion bei psychiatrischen Erkrankungen.

    Bei Major Depression zeigen morphologische und funktionelle MRT-Untersuchungen, dass verschiedene Hirnregionen überaktiv und manche unteraktiv sind und insgesamt eine Diskonnektivität aufweisen.

    Mit Hilfe der PHNO-PET-Untersuchungen kann eindrucksvoll dargestellt werden, dass die Schizophrenie eine Erkankung mit einer hyperdopaminergen Stoffwechsellage im ZNS ist.

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  • Biomarker zu Demenzerkrankungen

    Die Messung von 4 Biomarkern (Beta-Amyloid-40 und -42, Gesamt-Tau und phospho-Tau-181) im Liquor ermöglicht die Diagnose der Alzheimer-Demenz mit hoher Wahrscheinlichkeit.

    Andere Demenzformen sind schwer abgrenzbar, wobei es Hinweise auf eine Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung geben kann.

    Die Forschung muss jedoch Biomarker in anderen Köperflüssigkeiten (wie Blut oder Speichel) identifizieren, um die diagnostischen Möglichkeiten bei Demenzer-krankungen zu erweitern und zu verbessern.

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  • Psychiatrie-Genetik und -Pharmakogenetik bei bipolarer affektiver Störung

    Forscher des Psychiatric Genomics Consortium (PGC) identifizierten 64 Regionen des Genoms, die das Risiko für eine bipolare affektive Störung erhöhen, insbesondere in Genen, die Ziele von Antipsychotika, Kalziumkanalblockern, Antiepileptika und Anästhetika kodieren.

    Erst ein Orchester aus Genvarianten führt zur Prädisposition für die bipolare affektive Störung, deshalb ist eine individuelle Risikoprädiktion mit Polygenic Risk Scores derzeit nicht möglich.

    Ein praktisch sehr gut anwendbares Gebiet der Genetik ist jedoch die Pharmakogenetik, intensiv beforscht werden unter anderem polygene Risiko-Scores für eine Lithium-Response.

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  • Genetische Beratung in der Psychiatrie

    Genetische Beratung ist ein wichtiges fachärztliches Instrument.

    Die Familienanamnese, die familiäre Belastung, hat als bedeutendster Risikofaktor in der Psychiatrie bei einer genetischen Beratung einen prioritären Stellenwert.

    Viele Ratsuchende fragen nach einer genetischen Analyse zur Risikobestimmung, aber es gibt keine genetische Testung für eine bestimmte psychische Störung – diagnostische oder prädiktive Genanalysen sind in der Psychiatrie nicht anwendbar (fehlende Validität).

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Panorama

  • Melatonin, Schlaf und Immunsystem

    Melatonin reguliert den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers, dies gilt auch für exogen zugeführtes Melatonin. Bekannte Anwendungsgebiete einer Melatoninsupplementation sind Schlafstörungen oder Jetlag.

    Auch zahlreiche andere Effekte, darunter die positive Beeinflussung des Immunsystems, werden dem körpereigenen Hormon zugeschrieben.

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