Ärztliche Fortbildung in Österreich

ÖSTERREICHISCHE AKADEMIE DER ÄRZTE

Folgende Fortbildungsarten sind im Sinne der Verordnung über ärztliche Fortbildung anerkannt:

1. Veranstaltungen: Darunter fallen alle Fortbildungen mit physischer Präsenz des Arztes/der Ärztin (z. B. Vorträge, Journal Clubs, Kurse, Symposien, Workshops, Kongresse, Seminare, Lehrgänge, Balint-Gruppen etc.), die nicht einer der anderen in der Folge genannten Fortbildungsarten zuzuordnen sind.

2. Qualitätszirkel: Diese geschlossenen, strukturierten Arbeitskreise für Ärztinnen und Ärzte dienen dazu, die medizinische Versorgung der PatientInnen weiter zu verbessern, indem mehrere Ärztinnen und Ärzte zusammenkommen und unter der Leitung eines Moderators/einer Moderatorin und nach Vorbereitung ein bestimmtes medizinisches Thema strukturiert erörtern.

3. Wissenschaftliche Arbeiten: Darunter werden Publikationen in peer-reviewten medizinischen Journalen durch ärztliche AutorInnen verstanden. Sonstige Buchbeiträge oder Beiträge in anderen Journalen sind unter bestimmten Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeiten gleichzuhalten.

4. Supervisionen: Diese spezielle Form der mittel- und längerfristigen Einzel-, Team- und Organisationsberatung hat eine verstärkte Professionalisierung der Arbeit mit KundInnen, KlientInnen, PatientInnen, Teammitgliedern, Auftraggebern/Auftraggeberinnen oder den verschiedenen Führungsebenen zum Ziel. Supervision ist für definierte Fachärztinnen und -ärzte (u. a. Psychiatrie, Neurologie, psychotherapeutische Medizin) als Fachpunkte anrechenbar, ansonsten als sonstige Punkte.

5. Hospitationen: Diese Teilnahme an einer praktischen Fortbildung mit ärztlicher Tätigkeit in intra- wie auch extramuralen Einrichtungen und Ordinationen beinhaltet zudem eine abschließende Besprechung, Analyse und Bewertung der Teilnahme des Arztes/der Ärztin. Hospitationen sind mit maximal 6 Punkten pro Tag als DFP-Punkte anrechenbar und erfordern keine Vorabmeldung bei der Landesärztekammer.

6. E-Learning: Hierunter fallen Fortbildungen, die vom Arzt/von der Ärztin mediengestützt wahrgenommen werden. Die Angebote müssen den allgemeinen Kriterien für Fortbildungen entsprechen. Der Nachweis der Teilnahme wird durch das Beantworten der dazugehörigen Fragen erbracht, welche sich ausschließlich auf den Inhalt der entsprechenden E-Learning-Fortbildung beziehen dürfen. Eine Sonderform von E-Learning stellt das Literaturstudium dar, welches auch in Printform angeboten werden kann. Literaturstudium umfasst das Lesen und Bearbeiten von schriftlichen Fachartikeln zu ärztlichen Themen, die einen adäquaten Umfang haben, didaktisch aufbereitet sind sowie Fragen zum Nachweis beinhalten. E-Learning-Fortbildungen stehen den Ärztinnen und Ärzten zukünftig drei Jahre zur Verfügung. Die Gültigkeit ihrer Approbation hat sich damit um ein Jahr verlängert.

 

 

Diplom-Fortbildungs-Programm der ÖAK

Das Diplom-Fortbildungs-Programm regelt die Glaubhaftmachung der Fortbildung durch das DFP-Diplom, definiert Umfang und Struktur kontinuierlicher ärztlicher Fortbildung, grenzt DFP-anerkannte Fortbildung von anderen Angeboten ab und gewährleistet die Qualitätssicherung für DFP-Fortbildungsangebote.
Mit dem Fortbildungsdiplom (DFP-Diplom) der ÖÄK weist der Arzt/die Ärztin nach, dass er/sie gemäß der Verordnung über ärztliche Fortbildung an strukturierter, hochwertiger ärztlicher Fortbildung teilgenommen hat. Die Erfüllung der Fortbildungspflicht niedergelassener Ärzte und Ärztinnen wird bei der Evaluierung der Arztpraxen durch die ÖQMed – Gesellschaft für Qualitätssicherung in der Medizin GmbH – überprüft.

Die Neuerungen der DFP-Verordnung seit 1. September 2013

Fünf Jahre Fortbildungszeitraum, fünf Jahre Gültigkeit, 250 DFP-Punkte – das sind die Eckpunkte des DFP-Diploms neu: Seit 1. 9. 2013 müssen laut der Novellierung in der Verordnung über ärztliche Fortbildung alle Ärztinnen und Ärzte die Erfüllung der ärztlichen Fortbildungsverpflichtung mittels Fortbildungsnachweis regelmäßig erbringen (siehe Grafik). Bis zum 30. Juni 2017 sind Übergangsbestimmungen in Kraft; das heißt z. B., dass zwischen 1. September 2013 und 30. Juni 2017 Ärztinnen und Ärzte wählen können, ob sie ihr fünf Jahre gültiges Diplom nach den alten oder den neuen Bestimmungen der DFP-VO (Verordnung über ärztliche Fortbildung) erhalten wollen.

Weitere Änderungen aufgrund der Novel­lierung:

„Freie Fortbildung“ heißt nun „Sonstige Fortbildung“; „Sammelzeitraum“ wurde in „Fortbildungszeitraum“ umbenannt.
Fortbildungen innerhalb einer Krankenanstalt bzw. innerhalb desselben Rechtsträgers sollen maximal zwei Drittel der anrechenbaren DFP-Punkte betragen.
Zeiten der Berufsunterbrechung, wie z. B. Mutterschutz- und Karenzzeiten, aber auch längere Ausfälle durch Unfall oder Krankheit, können nunmehr auf Antrag der Ärztin/des Arztes den DFP-Fortbildungszeitraum verlängern. Der entsprechende Antrag ist in der Landesärztekammer einzubringen.

 

DFP für Anbieter

Anerkannt sind nach § 17 (1) der Fortbildungsverordnung:

  • wissenschaftliche Gesellschaften
  • medizinische Universitäten
  • Universitätskliniken und klinische Institute
  • Abteilungen und Institute von betten­führenden Krankenanstalten
  • Rechtsträger von einer oder mehreren bettenführenden Krankenanstalten
  • weitere Organisationen, die im Bildungsbereich nachweislich regelmäßig profes­sionelle Fortbildungen organisieren (z. B. Vereine, Bildungsinstitute)

Nicht anerkannt nach § 17 (2) der Fortbildungsverordnung:

  • Einzelpersonen
  • Gruppenpraxen
  • Krankenanstalten in der Rechtsform selbstständiger Ambulatorien
  • Unternehmen, die Medizinprodukte, Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und/oder Lebensmittel herstellen oder vertreiben

Richtlinien für DFP-Inhalte

DFP-Inhalte müssen

  • gemäß der ärztlichen Wissenschaft und Erfahrung gestaltet und an der Verbesserung der medizinischen Versorgung zum Wohle des Patienten/der Patientin orientiert sein;
  • vorurteilsfrei und frei von wirtschaft­lichen Interessen sein;
  • die medizinische Didaktik berücksich­tigen.

Anerkennung von im Ausland absolvierten Fortbildungen

Ausländische Fortbildungen können über Antrag eines Arztes/einer Ärztin unter Vorlage einer Teilnahmebestätigung und unter der Voraussetzung der Gleichwertigkeit mit inländischen approbierten Fortbildungen anerkannt werden. Die Prüfung der Gleichwertigkeit erfolgt durch die Österreichische Ärztekammer im Wege der Ärztekammern in den Bundesländern.
Die vom EACCME (European Accreditation Council for Continuing Medical Education der Union Européenne des Médecins Specialistes [UEMS]) anerkannten „European CME credits“ (ECMEC) werden im gleichen Umfang als DFP-Punkte anerkannt.
Die von deutschen Landesärztekammern anerkannten Fortbildungspunkte der Kategorien A, B, C, D, F, G und H werden im gleichen Umfang als DFP-Punkte anerkannt.

Mehr Informationen finden Sie unter

www.arztakademie.at/dfpverordnung

www.arztakademie.at/dfp

www.meindfp.at