nextdoc: Die Zuckerbergs der Medizin

Foto: Oliver Miller-Aichholz

Im Jahr 2004 gründet der Havard-Student Mark Zuckerberg mit drei Kollegen das soziale Netzwerk Facebook. Bereits zwei Jahre zuvor, 2002, beschließt hierzulande der Informatikstudent Wilfried Krois, sein Studium an der Technischen Universität (TU) zu beenden und Medizin zu inskribieren. „Dabei ist mir aufgefallen, dass Internetforen unter den Medizinstudenten bei Weitem noch nicht so verbreitet waren wie an der TU“, erinnert sich Krois, der heute als Facharzt für Kinder- und Jugendchirurgie praktiziert.

Mit klassischen Flugblättern warb er für eine Online-Plattform, um die Vernetzung und Kommunikation zwischen den Studenten – vor allem jener nach dem „alten“ und „neuen“ Studienplan – anzukurbeln. Studienkollege Richard Brunner sprach ihn an, ob er Lernunterlagen und eine Fragensammlung online stellen könnte und gemeinsam mit Studienkollege Arastoo Nia startete das Trio unter dem Namen „Medizin Curriculum Wien“ durch. „Den größten Erfolg feierten wir, als die Organisatoren von medizinstudium.at und turnusarzt.com, beides Gruppen, die noch nach dem alten Studienplan studierten, unserer Plattform beigetreten sind“, freut sich Krois noch heute.

Rasch wurde klar, dass alle unter einem Dach voneinander profitieren würden. nextdoc.at wurde neu programmiert und bot Vernetzung, Information und Erfahrungsaustausch von Beginn des Studiums bis zum Ende der Ausbildung. Die rasche Entwicklung im Webbusiness machte schon bald einen neuerlichen Relaunch erforderlich. „Im Jahr 2017 konnten wir das Projekt in die Medmedia Verlagsgruppe mit ihrem einzigartigen Medical Opinion Network einbringen, sodass der weitere Ausbau möglich wurde und das Projekt auf soliden finanziellen Beinen steht“, freut sich Krois.

Die ehemaligen Medizinstudenten Krois, Brunner und Nia haben mittlerweile ihre Facharztprüfungen abgeschlossen – Brunner als Internist und Nia Unfallchirurg in Facharztausbildung – und arbeiten nach wie vor engagiert an dem weiteren Ausbau von nextdoc.at. „Der Service ist mit uns gewachsen. Ein neuer Fokus wird daher auf den Themen der Ordinationsgründung und Niederlassung liegen“, sind sich die drei einig. Dabei bringt Krois seine Expertise rund um das Thema „Wahlarzt“ mit und Brunner steuert Praxiswissen als Kassenarzt bei. Für die Verbindung von Online- und Offline-Service zeichnet Unfallchirurg Nia verantwortlich: „Ich habe mir immer die Frage gestellt, wie unsere Zielgruppe noch besser erreicht werden kann. So haben wir die erste Offline-Jobmesse für Mediziner gestartet.“ Von anfangs 40 Teilnehmern ist die Besucherzahl auf 300 und mehr angewachsen. An neuen Ideen tüfteln die drei nextdoc-Gründer auch heute noch ambitioniert weiter. „Wir sind Teil des Systems und wollen parteiunabhängig Veränderungen anstoßen, so wie wir sie uns als junge Mediziner gewünscht hätten“, sind sich die Mediziner einig.

Redaktion: Renate Haiden