Liebe Patientin, lieber Patient,
Impfungen zählen zu den großen Errungenschaften der modernen Medizin und reduzieren schwere Infektionskrankheiten drastisch. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehören moderne Impfungen zu den sichersten Arzneimitteln.¹
Früher wurde MS-Betroffenen oft vom Impfen abgeraten, da Impfungen im Verdacht standen, Schübe auszulösen. Heute belegen große Untersuchungen, dass moderne Impfungen weder eine MS noch MS-Schübe auslösen. Dennoch bestehen häufig Fragen und Bedenken, die wir bestmöglich beantworten möchten. Die Broschüre ersetzt nicht die ärztliche Beratung, bietet aber eine gute Grundlage für das Arztgespräch.
Infektionen und Impfen sollten bei Diagnosestellung, vor Therapiebeginn und im weiteren Verlauf regelmäßig angesprochen werden. Infekte können Schübe auslösen oder Symptome vorübergehend verschlechtern. Zugleich werden zunehmend hochwirksame Therapien eingesetzt, die Immunsystem, Impfantwort und Infektabwehr beeinträchtigen können. Außerdem sind MS-Betroffene heute länger berufstätig und reisen häufiger, was das Infektrisiko erhöhen kann.
Die aktualisierte 2. Auflage (Erstauflage 2021) enthält die Empfehlungen des österreichischen Impfgremiums „Impfen bei Immunsuppression“ 2025/2026, die Empfehlungen europäischer MS-Expert*innen 2023–2025 sowie einen Überblick über bei MS relevante, durch Impfung vermeidbare Atemwegserkrankungen. Zudem wurde die Herpes-Zoster-Empfehlung aktualisiert und ein Unterkapitel zu Impfungen in Schwangerschaft/Stillzeit ergänzt.
Wir wünschen Ihnen eine informative Lektüre!
Mit den besten Wünschen
Univ.-Prof.in Dr.in Barbara Kornek
Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Wien
Präsidentin der MS-Gesellschaft Wien
1) Andre FE et al., Bull World Health Organ 2008; 86(2):140–6
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