Diabetes: Warum Früherkennung wichtig ist 

v.l.: Harald Sourij, Maria Fritsch, Julia Mader (alle ÖDG), Thomas Führer (Dachverband "wir sind diabetes") © ÖDG

„Early Action on Diabetes“ ist das Motto des bevorstehenden Weltdiabetestages. Daher wird auch hierzulande auf die Wichtigkeit der Früherkennung von Diabetes aufmerksam gemacht. 

Sowohl die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) als auch der Selbsthilfeverein „wir sind diabetes“ wiesen kürzlich daraufhin, wie wichtig die Früherkennung von Diabetes mellitus Typ 2, aber auch von Diabetes Typ 1 ist. Dies aus Anlass des Weltdiabetestages am 14. November, der unter dem Motto „Early Action on Diabetes“ steht.

Viele Menschen hätten Diabetes Typ 2, ohne es zu wissen, erklärte ÖDG-Präsident Harald Sourij. Das zeigt auch eine Auswertung von mehr als 6,4 Millionen Nüchternblutzucker-Messwerten aus österreichischen Vorsorgeuntersuchungen. Fast drei Prozent der Untersuchten hatten einen bislang nicht diagnostizierten Diabetes, 20 Prozent Prädiabetes. Um eine Erkrankung beziehungsweise schwere Folgeerkrankungen zu verhindern, müsse früh und umfassend gegengesteuert werden, hieß es seitens der ÖDG. Dass dies derzeit zu selten geschieht, verdeutlichen Zahlen der österreichischen Sozialversicherung: Danach werden jährlich gut 500 Amputationen oberhalb des Sprunggelenks durchgeführt, oft wegen Schäden durch Diabetes. Nach einer solchen Amputation liegt bei Menschen mit Diabetes die Sterblichkeit innerhalb eines Jahres bei über 36 Prozent.

Die Früherkennung von Diabetes Typ 1 sei ebenfalls wichtig, sagte Maria Fritsch, Vorsitzende des ÖDG-Ausschusses Pädiatrie, und: „Vier von fünf betroffenen Kindern und Jugendlichen haben keine bekannte familiäre Vorbelastung, wer Früherkennung ernst nimmt, muss deshalb über Screenings für alle Kinder nachdenken.“ Wird Diabetes Typ 1 früh erkannt, könne durch die neue Immuntherapie mit Teplizumab der Übergang zum symptomatischen Diabetes verzögert werden. „Wir dürfen nicht erst handeln müssen, wenn Diabetes bereits Schaden angerichtet hat“, betonte Thomas Führer, Vorstandsmitglied von „wir sind diabetes“. Es brauche viel mehr Aufklärung, regelmäßige Kontrollen und eine Versorgung, die rechtzeitig eingreift. (sst)