Die nächste Corona-Welle rollt, die Unvernunft auch

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Es gibt also wieder 10.000 Corona-Infizierte pro Tag. Die Frage ist nun, welche Schlüsse gezogen werden oder ob einfach keine mehr gezogen werden.

Die nächste Corona-Welle rollt auf das Gesundheitspersonal zu: Die Infektionszahlen steigen wieder. Das ist wenig überraschend und wurde für den Herbst vorhergesagt. Genauso wenig überrascht es, dass zehn Tage nach Beginn des Münchner Oktoberfestes die Infektionszahlen in München explodieren. Während der Inzidenzwert innerhalb von sieben Tagen in München um 77% gestiegen ist, sind es in ganz Bayern 43,9% und in ganz Deutschland noch weniger. Wirkliche Reaktionen gibt es nicht.

Haben wir wirklich so wenig gelernt? In manchen Regionen offenbar wirklich. Der Gemeinderat der Stadt Linz spricht sich etwa dafür aus, Geld, das vom Bund für die aktuelle Corona-Impfkampagne gedacht ist, für Maßnahmen gegen die Teuerung einzusetzen. Kann man natürlich fordern. Es gibt Menschen, die auch gesundheitlich und psychisch durch die Teuerungen belastet sind. Und denen muss geholfen werden. Es gibt aber auch Menschen, die unter der Pandemie leiden. Das eine gegen das andere auszuspielen ist unredlich. Unfassbar ist es, wenn es genau dort passiert, wo die Inzidenzzahlen wieder am höchsten sind: in Oberösterreich. Entweder fehlt dort wirklich jegliche Einsicht oder aber die politische Angst vor FPÖ und MFG ist so groß, dass man jeglichen Verstand über Bord wirft.

Jedenfalls zeigt aber das Beispiel – wie auch jenes in München – dass Lokalpolitik auch von lokalen Überlegungen geprägt ist. Gerade bei globalen Gesundheitsherausforderungen die Pandemie, Teuerung, Lieferengpässen und anderem hilft das aber nicht weiter. Deshalb bin ich der Meinung, dass der Föderalismus gesundheitsschädigend ist und sich die Bundesländer in Gesundheitsfragen zunehmend als inkompetent erweisen. Es braucht endlich Transparenz über regionale Ausgaben, Erkrankungszahlen, Spitalsdaten und eine zentrale Steuerung. (rüm)