„Dieses Hin- und Herschicken ist kein Zustand“

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Bei der Versorgung von ME/CFS-Patient:innen sieht Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) alle Player an Bord, es gebe aber noch Handlungsbedarf. Eine Reform des Reha-Geldes soll Verbesserungen für Betroffene bringen.   

Bei der Versorgung postviral betroffener Patient:innen wie Post-Covid- oder ME/CFS-Betroffenen zeigte sich Schumann angesichts der Ankündigungen einzelner Bundesländer, ab 2026 bzw. 2027 erste Behandlungsstellen einzurichten, gegenüber der Austria Presse Agentur optimistisch: „Es gibt das Bekenntnis aller Länder, sich mit dem Thema intensiv zu beschäftigen.” Zugleich räumte sie ein, dass noch Ausbaubedarf bestehe und einzelne Länder noch keine Konzepte vorgelegt hätten. Ein besonderes Anliegen sei ihr die Versorgung schwer Betroffener: „Da sind wir sehr am Überlegen, welche Schritte wir noch setzen könnten.“ 

Den Aktionsplan für postakute Infektionssyndrome (PAIS), dessen Umsetzung sich wegen fehlender Einigung in der Bundeszielsteuerungskommission weiter verzögert, bezeichnete Schumann als „ein bisschen vermurkst“. Ihr Vorgänger Johannes Rauch (Grüne) habe den Plan zwar „mit bestem Wissen und Gewissen“ erarbeitet, er sei jedoch in der vorliegenden Form von den Ländern nicht akzeptiert worden. „Und wenn ich da nicht die Zustimmung habe, dann wird es nicht in die Umsetzung kommen.“ Nun sehe sie aber alle Player „an Bord“, auch wenn noch „Wege zu beschreiten“ seien, etwa bei der konkreten Ausgestaltung der Versorgung. „Zu sagen, alles ist jetzt schon gelöst, wäre vermessen.“ Die Belastungsproblematiken seien vielschichtig, hätten unterschiedliche Ebenen und Schweregrade und ließen sich nicht einheitlich diagnostizieren.  

Zu Kritik an der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) wegen mangelnder sozialer Versorgung von ME/CFS- und Post Covid-Patient:innen verwies Schumann auf die geplante Reform des Reha-Geldes. Eine gemeinsame Recherche von APA, ORF und Dossierhatte im Vorjahr aufgezeigt, dass Betroffene trotz teils schwerster Einschränkungen nur selten Ansprüche auf Invaliditätspension oder Reha-Geld zuerkannt werden. Ziel der Reformarbeitsgruppe zum Reha-Geld neu sei es, dass „die einzelnen Teile besser zusammenwirken“, so Schumann, „weil das Hin- und Herschicken zwischen AMS, ÖGK und PVA, das ist kein Zustand.” Ergebnisse erwartet die Ministerin für Herbst. (APA/tab)