Einführung einer Zuckersteuer empfohlen

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Die Finanzierung der Krankenversicherungen ist auch in Deutschland zum Problem geworden. Als Lösung haben Expert:innen nun die Einführung einer Zuckersteuer vorgeschlagen.  

So wie in Österreich die Krankenversicherungen sparen wollen und diesbezüglich Reformen geplant sind, ist die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherungen auch in Deutschland zum Problem geworden. Mit dem Ziel der Stabilisierung hat nun die von der deutschen Bundesregierung eingesetzte „FinanzKommission Gesundheit“ (FKG) Vorschläge vorgelegt. Der FKG zufolge sollen insgesamt 66 Maßnahmen umgesetzt werden, wozu auch die Einführung einer Zuckersteuer zählt.  

Langfristig würden damit im Gesundheitssystem Kosten in Millionenhöhe gespart, sagt dazu die Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbarer Krankheiten (DANK) Barbara Bitzer, die auch Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) ist. Die Maßnahme sei laut Bitzer aber nicht nur wegen der erwartbaren Einsparungen wertvoll: „Die nach Zuckergehalt gestaffelte Abgabe auf Getränke seitens der Hersteller ist Teil einer verantwortungsvollen Gesundheits- und Präventionspolitik, die vor allem Kinder und Jugendliche schützt.“  

Während hierzulande ebenfalls seit Längerem zwecks Budgetkonsolidierung über eine Zuckersteuer auf zuckerhaltige Getränke debattiert wird, wurde sie bereits in weltweit über 50 Ländern eingeführt. In Europa gilt sie unter anderem bereits in Großbritannien, wo in Studien nachgewiesen wurde, dass seit der Einführung im Jahr 2018 die Zahl übergewichtiger und adipöser Kinder und Jugendlicher sank. Auch haben sich die Folgekosten von Übergewicht und Adipositas reduziert, die sich aus den Folgekrankheiten von Fettleibigkeit wie beispielsweise Gelenkserkrankungen, Diabetes oder Krebs ergeben. (sst/APA)