© Med Uni Graz Am Freitag werden die Weichen gestellt für 1.950 Studienplätze. Die Erfolgschancen für Interessierte aus Akademikerfamilien und mit Ärzteverwandtschaft stehen besonders gut.
Bis zu 16.880 Personen treten am Freitag zum Aufnahmetest für das Medizinstudium an. In einer mehrstündigen österreichweit einheitlichen Prüfung werden 1.950 Studienplätze für Human- bzw. Zahnmedizin an den Medizin-Unis Wien, Graz und Innsbruck bzw. der Medizin-Fakultät Linz vergeben. Das sind um 50 mehr als zuletzt. Bis zu 87 sind dabei sogenannte gewidmete Studienplätze für Aufgaben im öffentlichen Interesse. Erfahrungsgemäß kommen rund 80 % der Angemeldeten auch tatsächlich zum schriftlichen Test. Bei diesem werden vor allem Wissen aus medizinrelevanten Fächern (v.a. Biologie, Chemie, Physik, Mathematik) und kognitive Fähigkeiten (u.a. Merkfähigkeit, Implikationen erkennen) abgefragt. 10 % des Ergebnisses hängen vom Testteil Textverständnis ab, ebenso viel vom Teil Emotionen erkennen und soziales Entscheiden.
Analysen zeigen, dass die Erfolgschancen für Interessierte aus Akademikerfamilien und mit Ärzteverwandtschaft besonders gut stehen. Mit Einführung der Aufnahmeverfahren 2006 wurde der Zugang für Bewerber:innen ohne akademischen Hintergrund noch etwas schwieriger. In Österreich studieren vor allem jene, deren Eltern auch schon einen Hochschulabschluss haben. Besonders hoch ist der Anteil der Akademikerkinder in der Medizin: Während laut Studierendensozialerhebung 2025 des IHS über alle Hochschultypen hinweg 45 % der Studierenden zumindest einen Elternteil mit Hochschulabschluss hatten, waren es an den MedUnis 58 %. Dass ein guter Teil dieser Eltern sogar selbst ein Medizinstudium absolviert hat, hat eine 2017 veröffentlichte Untersuchung gezeigt: Für diese wurden an den drei öffentlichen Medizin-Unis Studierende im ersten Jahr zu ihrer Verwandtschaft befragt. Bei 20 % war der Vater Arzt, bei 6 % die Mutter. Insgesamt gaben 45 Prozent an, Ärztinnen oder Ärzte in ihrer Verwandtschaft zu haben. (red/APA)