© pololia – stock.adobe.com Eine neue Studie zeigt, dass die Frühlingsmüdigkeit biologisch nicht messbar ist. Wer sie spürt, spürt sie offenbar nur scheinbar.
Astronomisch beginnt der Frühling mit der Tag- und Nachtgleiche am 20. März. Meteorologisch hat er schon am 1. März begonnen, und spätestens seit diesem Tag klagen viele über Frühlingsmüdigkeit. Nur: Die gibt es gar nicht. Zumindest ist diese Form der Müdigkeit biologisch nicht messbar, und wer sie spürt, spürt sie ganz offensichtlich nur, weil sie als kulturelles Phänomen von der Gesellschaft akzeptiert wird, also nur scheinbar.
Das zeigt nun eine Studie von Forscher:innen an den Universitäten in Basel und Bern. Die Studie basiert auf einer Online-Befragung mit Teilnehmer:innen, die zu Beginn der Studie je zur Hälfte angaben, an Frühlingsmüdigkeit zu leiden beziehungsweise nicht daran zu leiden. Die Befragung lief über ein Jahr ab April 2024. Am Ende wurden die Daten von 418 Teilnehmer:innen ausgewertet. Sie waren alle sechs Wochen kontaktiert worden und hatten anzugeben, wie erschöpft sie sich in den Wochen vor der Kontaktaufnahme gefühlt hatten. Auch hatten sie Angaben zur Schläfrigkeit während des Tages und zur Schlafqualität zu machen.
„Im Frühling werden die Tage schnell länger. Wenn Frühlingsmüdigkeit ein echtes biologisches Phänomen wäre, sollte sich das gerade in dieser Übergangsphase zeigen“, sagt Studienleiterin Christine Blume zu dem Ergebnis. Das war aber nicht so. In den Angaben der Studienteilnehmer:innen fand sich hingegen das, was auch frühere chronobiologische Untersuchungen zeigten: Viele Menschen fühlen sich eher in der dunklen Jahreszeit müder als im Frühling und schlafen da auch mehr. (sst/APA)