© Viacheslav Yakobchuk – stock.adobe.com Eine neue Software des AIT soll insbesondere bei Langzeit-EEGs die Datenauswertung beschleunigen. Damit könnten Fehldiagnosen vermieden und Kosten gesenkt werden, heißt es.
Bei Epilepsie ist die rasche und korrekte Auswertung von Gehirnströmen (EEG) für Diagnose und Therapie entscheidend. Besonders bei Langzeit-EEGs entstehen jedoch große Datenmengen, deren Analyse zeitaufwendig ist. Hier setzt „encevis“ an, eine am AIT Austrian Institute of Technology entwickelte Software zur automatisierten EEG-Analyse. Fortschrittliche Algorithmen unterstützen die Auswertung der Messdaten und liefern objektive Ergebnisse. Medizinisches Personal werde dadurch entlastet, während kritische Auffälligkeiten schneller erkannt und Fehldiagnosen vermieden werden könnten, erklärte das AIT.
In der neuesten Version der Software wurde auch ein KI-basierter Algorithmus für die Erkennung von Schlafstadien aus dem EEG integriert. Zudem wurde eine Anfallsdetektion entwickelt, die erstmals eine zuverlässige Erkennung von Anfällen bei Kindern und Jugendlichen ermöglicht.
Neben dem medizinischen Nutzen verspricht die automatisierte EEG-Analyse auch wirtschaftliche Vorteile. Weil die Auswertung weniger Zeit beansprucht, können personelle Ressourcen effizienter eingesetzt und Kosten reduziert werden, hieß es. Auch die Verlagerung von Teilen der Epilepsieversorgung in den ambulanten Bereich steht im Fokus der Forschung. Gemeinsam mit drei führenden europäischen Epilepsiezentren entwickeln AIT-Forschende derzeit eine Lösung, die auf einer Kombination von „encevis“ und der etablierten Telehealth-Plattform des AIT basiert. Diese wird um ein digitales Anfalls- und Ernährungstagebuch sowie weitere Möglichkeiten zur Datenerfassung und Kommunikation zwischen Patient:innen und Fachpersonal erweitert. (APA/tab)