Land Kärnten steigt bei Privatspital via PPP-Modell ein

Peter Kaiser (c) SPÖ Kärnten
Normalerweise gehen Public-Private-Partnership-Modelle so, dass Private der öffentlichen Hand helfen. In Kärnten ist es umgekehrt. Detail: das Privatspital gehört der Familie der Gattin von Wirtschaftskammer-Präsident Mahrer.
Das Land Kärnten steigt über ein PPP-Modell (Public-Private-Partnership) beim privaten Krankenhaus Samonigg in Spittal/Drau ein. Der mit der Samonigg-Privatstiftung ausgehandelte Vertrag wurde am Dienstag von der Landesregierung beschlossen, wie Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) nach der Regierungssitzung vor Journalisten erklärte. Das Land investiert in den Ausbau rund 14 Millionen Euro.
Drei Jahre lang war verhandelt worden, die Betreiber klagten über unzureichende Abgangsdeckung, das Land über hohe Mietkosten. Die Liegenschaft, die zum Teil der Privatstiftung gehört, wird nun durch die Betriebsgesellschaft, an der das Land beteiligt ist, gekauft. Die Abgangsdeckung wird angehoben. Die Beteiligung bedeute auch eine engere Anbindung an die öffentlichen Krankenhäuser und eine Einbindung in den regionalen Entwicklungsplan im Gesundheitsbereich. Geschäftsführerin und Verwaltungsdirektorin des Krankenhauses ist Andrea Samonigg-Mahrer – die Gattin von Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer.
Über den Preis war vorerst Stillschweigen vereinbart worden. Kaiser wies Kritik an der Verschwiegenheit zurück, dies sei bei den komplizierten Gesprächen notwendig gewesen, um erfolgreich sein zu können. Wenn der Vertrag dem Landtag vorgelegt werde, „dann werden alle Zahlen öffentlich gemacht“, versprach der Regierungschef. Die angekündigten Investitionen werden vor allem in die Erweiterung der Strukturen für den tagesklinischen Bereich und die Ambulanz fließen. Dazu sollen auch zusätzliche Operationsplätze geschaffen werden, so Kaiser. (APA)