© iDoPixBox – stock.adobe.com In etlichen Ländern gibt es bereits ein Lungenkrebs-Screening für Raucher:innen. Nun wird die Vorsorgeuntersuchung auch hierzulande gefordert.
4000 Menschen sterben in Österreich jedes Jahr an Lungenkrebs. Damit verursacht die Krebserkrankung mehr Todesfälle als die übrigen häufigen Krebserkrankungen Darmkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs. Das liegt daran, dass 75 Prozent der Erkrankungen an Lungenkrebs erst in den späten Stadien III und IV entdeckt werden, und nur bei einem Start der Behandlung in den frühen Stadien I und II heilbar ist, wie der Leiter des Karl Landsteiner Instituts für Lungenforschung und pneumologische Onkologie ArschangValipour kürzlich bei einer Pressekonferenz erklärte.
Da 90 Prozent aller Menschen mit Lungenkrebs Raucher:innen sind, tritt Valipour für eine Vorsorgeuntersuchung für Raucher:innen in Form eines Lungenkrebs-Screenings per CT ein, so wie es das in etlichen anderen Ländern schon gibt, wie in den USA, in China, Taiwan, England, Kroatien oder Polen. Nach einem Start des Screenings in der Hauptrisikogruppe für Lungenkrebs könnte die national organisierte Untersuchung auch auf andere Risikogruppen ausgedehnt werden. Dazu zählen etwa Menschen, die Passivrauch ausgesetzt sind, oder starker Feinstaub-, oder Radonbelastung.
Thomas Winder, Leiter der Abteilung für Innere Medizin II mit Onkologie, Hämatologie, Gastroenterologie und Infektiologie am LKH Feldkirch, fordert das Screening für Raucher:innen ebenfalls ein, betont aber, dass es nicht sein könne, mit dem Vorsorgeprogramm einen „Fallschirm für Raucher:innen zu machen“, die sich sagen „ich kann weiterrauchen, gehe zum Vorsorge-CT und wenn was ist, bin ich frühzeitig dran“. Das Screening müsse mit dem Angebot einer Raucherentwöhnung kombiniert werden. (sst)