Nächste Forderung nach Zuckersteuer 

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Mehr als 110 Staaten reduzieren bereits Zucker in Softdrinks oder verlangen Strafsteuern von den Herstellern. Österreich noch nicht. Jetzt wird erneut eine entsprechende Forderung laut. 

Als „Maßnahme im Kampf gegen Übergewicht, Diabetes und andere Zivilisationskrankheiten“ fordert nun auch der Präsident der Tiroler Arbeiterkammer Erwin Zangerl (ÖVP) die Einführung einer Zuckersteuer. Außerdem will er ein Werbeverbot für stark zuckerhaltige Getränke und eine Verpflichtung für Ampelkennzeichnungen auf Verpackungen. Die Bundesregierung übe sich da bisher „eher in Zurückhaltung“, sagt Zangerl und fragt: „Wann, wenn nicht jetzt, ist der Zeitpunkt gekommen, um gegenzusteuern?“

Laut Statistik Austria wiegt mehr als die Hälfte der Österreicher:innen über 15 zu viel: 34,5 Prozent sind übergewichtig, weitere 16,6 Prozent adipös. Besonders alarmierend ist, dass bereits jeder dritte Bub im Volksschulalter zu dick ist und jedes vierte Mädchen: Übergewicht kann nicht nur zu Diabetes führen, sondern erhöht auch das Risiko für Schäden am Bewegungsapparat, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Krebs.

Das Beispiel Großbritanniens zeigt, dass schon allein die Steuer auf stark zuckerhaltige Getränke wie Softdrinks wirkt. Dort wurde sie 2018 eingeführt, woraufhin die Hersteller, die sie zu zahlen haben, den Zuckergehalt der Getränke senkten und die Konsument:innen schlanker wurden. Bis 2024 hatten laut WHO 116 Länder der Welt eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke eingeführt. Für Österreich forderten zuletzt die Verbraucherorganisation foodwatch Österreich und der frühere Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) eine Zuckersteuer. (sst/APA)