© VRD – stock.adobe.com Eine Erhebung zur Verfügbarkeit von Kassenarztterminen zeigt je nach Fachrichtung und Bundesland deutlich unterschiedliche Zeiträume. Die Aussagekraft ist aber begrenzt.
Wie lange dauert es, bis Patient:innen einen Termin bei einer Kassenärztin oder einem Kassenarzt erhalten? Dieser Frage ist eine aktuelle Erhebung des Portals krankenversichern.at nachgegangen. Zwischen 21. Mai und 10. September 2026 wurden insgesamt 1.601 standardisierte Terminanfragen in neun Bundesländern und 14 Fachrichtungen durchgeführt. Erfasst wurde jeweils der Zeitraum zwischen Anfrage und dem ersten angebotenen, konkret datierten Termin. Akutfälle waren nicht Gegenstand der Untersuchung. Bei Facharztordinationen lag die mediane Wartezeit österreichweit bei 34 Tagen. Die höchsten Werte wurden für Innere Medizin (65 Tage), Psychiatrie (61 Tage) und Neurologie (50 Tage) angegeben. Für Kardiologie wurden 45, für Augenheilkunde 46 und für Urologie 39 Tage ausgewiesen. Deutlich kürzere Zeiträume ergaben sich unter anderem für Pädiatrie (18 Tage), HNO (23 Tage) und Orthopädie (26 Tage). Für Allgemeinmedizin wurde ein Median von einem Tag ermittelt.
Auch regional variierten die Ergebnisse. Der Median der untersuchten Facharzttermine lag in Wien bei 22 Tagen, im Burgenland bei 53 und in Vorarlberg bei 46 Tagen. Niederösterreich und die Steiermark lagen bei jeweils 34 Tagen, Kärnten bei 35, Salzburg bei 37 sowie Oberösterreich und Tirol bei jeweils 38 Tagen. Bei der Interpretation der regionalen Detailergebnisse ist die teilweise geringe Zahl der Beobachtungen zu berücksichtigen. Fachrichtungsbezogene Werte für einzelne Bundesländer wurden laut Studienangaben nur bei mindestens 15 gültigen Rückmeldungen ausgewiesen.
Die Ergebnisse lassen sich zudem nicht ohne Weiteres als Wartezeit aller Patient:innen auf einen Kassenarzttermin interpretieren. Das Studiendesign erfasst ausschließlich Ordinationen, die neue Patient aufnahmen und einen konkreten Termin anbieten konnten. Die Untersuchung unterscheidet daher nicht zwischen „Termin in mehreren Wochen“ und „kein Termin verfügbar“. Ebenfalls nicht erfasst wird, wie viele Ordinationen kontaktiert werden mussten, bevor ein Termin gefunden wurde.
So wird für die Gynäkologie gegenüber 2025 eine Verkürzung der medianen Wartezeit von 46 auf 34 Tage angegeben. Gleichzeitig verweist das Portal auf eine separate Erhebung, nach der 65,2 Prozent der untersuchten gynäkologischen Kassenordinationen keine neuen Patientinnen aufgenommen hätten. Beide Angaben sind methodisch nicht unmittelbar miteinander vergleichbar, verdeutlichen aber die Notwendigkeit, Wartezeiten und Neuaufnahme getrennt zu betrachten. Im Vergleich zur Erhebung von 2025 ergibt sich kein einheitlicher Trend. Nach Angaben der Studienautor:innen stieg die mediane Wartezeit in acht der 14 untersuchten Fachrichtungen, in drei sank sie und in drei blieb sie unverändert. Den stärksten Anstieg verzeichnete die Kardiologie mit zwölf Tagen, von 33 auf 45 Tage. In der Neurologie erhöhte sich der Median von 42 auf 50 Tage. Verkürzungen wurden unter anderem für Gynäkologie und Urologie angegeben. (red)
