Neue Leitlinien für rheumatoide Arthritis

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Die Behandlung der rheumatoiden Arthritis entwickelt sich stetig weiter. In einer internationalen Initiative unter der Leitung der MedUni Wien wurden nun neue Therapie-Empfehlungen veröffentlicht.   

Die aktualisierten Leitlinien des europäischen Dachverbands rheumatologischer Gesellschaften (EULAR) bieten einen präzisierten, evidenzbasierten Rahmen, um Patient:innen wirksamer, sicherer und individueller behandeln zu können. Die Empfehlungen wurden von einer internationalen Arbeitsgruppe aus 50 Expert:innen unter der Leitung von Josef Smolen (Klinische Abteilung für Rheumatologie der MedUni Wien) entwickelt.  

In den vergangenen Jahren hat sich das Spektrum für die Therapie der RA erheblich erweitert und umfasst nun konventionelle synthetische, biologische und zielgerichtete synthetische krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs). Die aktualisierten Empfehlungen verschieben den Fokus von der Auswahl einzelner Wirkstoffe hin zur Optimierung von Behandlungsstrategien. Ein Kernprinzip bleibt der zielgerichtete („Treat-to-Target“-) Ansatz, der bei allen Patient:innen eine anhaltende Symptomfreiheit oder zumindest eine geringe Krankheitsaktivität anstrebt.  

Wesentliche Präzisierungen werden bei der medikamentösen Therapie eingeführt: Methotrexat (MTX) bleibt der Eckpfeiler der Erstlinientherapie, während Glukokortikoide als kurzfristige Überbrückungstherapie empfohlen werden. Bei unzureichendem Ansprechen sollten biologische DMARDs eingesetzt werden, während JAK-Inhibitoren nach sorgfältiger Risikobewertung in Betracht gezogen werden können. „Bei anhaltender Remission wird nun eine Dosisreduktion einem vollständigen Abbruch vorgezogen, um dem erneuten Auftreten von Krankheitsschüben vorzubeugen“, erklärt Smolen. 

„Mit diesem Update wollen wir klare, evidenzbasierte Leitlinien bereitstellen, die sowohl den Fortschritt bei den verfügbaren Therapien als auch die Komplexität der heutigen Behandlung von rheumatoider Arthritis widerspiegeln,“ so Smolen weiter. Die neue Leitlinie stelle einen wichtigen Schritt hin zu einer präziseren, wirksameren und personalisierten Versorgung dar. „Im Zentrum stehen dabei der strategische Treat-to-Target-Ansatz und die gemeinsame Entscheidungsfindung, um sicherzustellen, dass jede Patientin und jeder Patient zur richtigen Zeit die bestmögliche Therapie erhält“, ergänzt Daniel Aletaha, Leiter der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der MedUni Wien, der ebenfalls an der Publikation mitgewirkt hat. (APA/tab) 

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