ÖGK und SVS melden für 2023 ein Minus

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Die großen Krankenversicherungsträger legen den vorläufigen Jahresabschluss vor und machen einen Blick in die Zukunft. RELATUS kennt die Details.

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) zieht für 2023 rückblickend eine positive Bilanz. Zumindest inhaltlich, wirtschaftlich gibt es noch negative Zahlen. Neben steigenden Frequenzen im niedergelassenen Bereich, wurden so viele neue Primärversorgungseinheiten (PVE) wie noch nie eröffnet, gleichzeitig konnten 520 Ärzt:innen für einen Vertrag gewonnen werden, meldet die ÖGK am Wochenende. Die hohe Inflationsrate habe Einfluss auf die Gebarung und mache sich 2023 noch in einem negativen Bilanzergebnis bemerkbar. Der vorläufige Jahresabschluss für 2023 zeigt ein Minus von 397 Millionen Euro. Das Gesamtbudget der ÖGK liegt bei rund 18,4 Milliarden Euro, das aktuelle Minus beträgt daher 2,2 Prozent des Budgets.

Für die kommenden Jahre rechnet die ÖGK nicht nur mit einer schwarzen Null, sondern auch dass wieder ausreichend Mittel zur Rücklagensicherung aufgebaut werden können. Die Berechnungen beinhalten bereits die durch den Finanzausgleich zugesagten Mittel. Damit könne der begonnene Leistungsausbau im niedergelassenen Bereich fortgesetzt werden. Ausgehend von einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung rechnet die ÖGK für das Jahr 2024 mit einem Plus von 58 Millionen Euro. Gleichzeitig investiere man in den Ausbau der niedergelassenen Versorgung, die „Initiative Plus 100“ sichere wie berichtet österreichweit 100 neue Kassenstellen. „Die Prognose der ÖGK, ausgehend von einer stabilen Wirtschaftsentwicklung ab 2025 eine ‚schwarze Null‘ zu erreichen, ist ein positives Signal für die Stabilität und Nachhaltigkeit unseres Gesundheitssystems. Diese Entwicklung ist insbesondere vor dem Hintergrund der Herausforderungen wie der hohen Inflationsrate und der steigenden Frequenzen im niedergelassenen Bereich hervorzuheben“, erklärte Moritz Mitterer, Vorsitzender der Dienstgeber-Kurie in der ÖGK-Hauptversammlung und Bundesgeschäftsgeschäftsführer des Wirtschaftsbundes.

Die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) erwartet für 2024 noch ein Minus und erst 2025 eine Trendwende. Man investiere in die Präventionstransformation und einen zukunftsweisenden Gesamtvertrag mit den niedergelassenen Ärzt:innen, erklärt SVS-Obmann Peter Lehner. „Wir stellen die Weichen für die Zukunft, lenken aktiv Patientenströme, stärken den niedergelassenen Bereich und attraktiveren die Mangelfächer. Mit dem neuen Ärztevertrag investieren wir jährlich zusätzlich 30 Millionen in Leistungen für unsere Versicherten.“

Für 2024 prognostiziert die SVS ein Minus von 70 Millionen Euro für die Sparte Krankenversicherung. Die größten Kostenfaktoren sind die Zahlungen an die Länder für den Krankenanstaltenfonds in der Höhe von 684 Millionen Euro und 692 Millionen Euro für den Bereich „ärztliche Hilfen“. 492 Millionen Euro werden für Heilmittel ausgegeben. „Die SVS treibt nicht nur mit dem Gesamtvertrag aktiv die Präventionstransformation voran, sondern setzt mit der diesjährigen Initiative ‚Gemeinsam lächeln‘ auf Vorsorge in der Zahngesundheit“, betont SVS-Generaldirektor Hans Aubauer. „Alle unsere Versicherten, die in diesem Jahr zum Zahnarzt gehen und sich aktiv auf svsGO für den Bonus anmelden, erhalten einen 100-Euro-Bonus“, erläutert Aubauer. Der Ausblick für die kommenden Jahre sieht für 2025 ein Plus von knapp 7,6 Millionen Euro vor, 2026 eines von 18 Millionen Euro und 2027 ein weiteres Plus von 3,3 Millionen Euro. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 wird vorläufig ein Minus von 44 Millionen erwartet. (rüm)