© New Africa – stock.adobe.com Junge Frauen fühlen sich besonders häufig psychisch belastet und einsam, zeigt eine Umfrage. Zum internationalen Aktionstag für Frauengesundheit appelliert die Ärztekammer an Frauen, mehr auf die eigene Gesundheit achten.
Von 1000 befragten Frauen und Männern gaben zwar 73 Prozent an, sich körperlich gesund zu fühlen, psychisch gesund fühlen sich jedoch nur 42 Prozent. 41 Prozent erleben sich als „eher belastet“, weitere 13 Prozentsogar als „sehr belastet“. Unter Druck stehen laut der Umfrage besonders junge Menschen – vor allem Frauen: In der Gruppe der Frauen bis 35 Jahre fühlen sich 66 Prozent psychisch belastet, bei den Männern derselben Altersgruppe sind es 60 Prozent.
Psychische Belastungen sind eng verknüpft mit Einsamkeit: Insgesamt 35 Prozent der Befragten geben an, sich zumindest manchmal einsam zu führen. Auch hier sind junge Frauen am stärksten betroffen: 53 Prozent der Frauen unter 35 Jahren berichten von Einsamkeit – gegenüber 49 Prozent der Männer. Auch die Zunahme an Einsamkeit im Umfeld wird von Frauen stärker wahrgenommen. „Hier ist unsere Gesellschaft gefordert, mit niederschwelligen Angeboten gegenzusteuern. Ansonsten kann schnell aus Einsamkeit psychische Belastung und aus psychischer Belastung Krankheit werden“, betont Christoph Hörhan, Gründer des Austrian Health Forum.
Auch die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) nutzt den Frauengesundheitstag am 28. Mai für einen Appell: „Frauen dürfen vor lauter Sorge um andere nicht auf sich selbst und auf ihre eigene Gesundheit vergessen. Denn hinausgezögerte Diagnosen können ernsthafte gesundheitliche Folgen haben“, hebt Kim Haas, neue Leiterin des Referats für Gender-Mainstreaming hervor. Ruhephasen, Sporteinheiten oder Arzttermine würden oft zugunsten anderer hintangestellt. Auch für ihre Berufskolleginnen fordert Haas Unterstützung ein: Diskriminierendes Verhalten vonseiten der Ausbildner und Führungskräfte belaste nicht nur die betroffenen Ärzt:innen, sondern schade der gesamten Ärzteschaft.
Zudem fordert die Allgemeinmedizinerin mehr Aufmerksamkeit für geschlechtsspezifische Unterschiede in der Medizin. Lange Zeit seien Studien, Symptome und Medikamentendosierungen überwiegend an Männern ausgerichtet gewesen. Zwar gebe es inzwischen Fortschritte in Forschung und Praxis, dennoch bestehe weiterhin Aufholbedarf. (tab)