© Kzenon – stock.adobe.com Die landeseigene Spitalsgesellschaft KAGes stellt neue strategische Weichen bis 2030. Tochtergesellschaften sollen Räume und teure technische Geräte an Privatärzt:innen vermieten.
Die steirische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) hat bei einem Mediengespräch die strategischen Überlegungen bis zum Jahr 2030 öffentlich gemacht. Es waren angesichts des neuen Regionalen Strukturplans Gesundheit 2030 mit dem Wegfall des geplanten Leitspitals im Bezirk Liezen Änderungen nötig. Ein starker Fokus soll künftig auch auf der Nutzung von Leerstandsflächen liegen, die auch für Privatordinationen vermietet werden sollen. In den vergangenen zehn Jahren wurden aus 15 Spitalsverbünden sieben. Damit sei die KAGes am Ziel der Zusammenschlüsse angelangt, sagten die Vorstände Gerhard Stark und Ulf Drabek.
Die in den Verbünden zusammengefassten Spitäler sollen künftig noch stärker in Schwerpunkte für Akutfälle und geplante Operationen und Eingriffe eingeteilt werden. Innerhalb der Verbünde herrsche dann keine Konkurrenz mehr, sondern die Spitäler ergänzten sich in ihren Leistungen. Als Beispiel wurden etwa Hartberg und Feldbach genannt. Während in Hartberg hauptsächlich geplante Eingriffe stattfinden, kommen Akutfälle aus der Oststeiermark vorwiegend nach Feldbach. Die Geburtenstation in Hartberg sei weiterhin gesichert. Zwischen 2023 und 2025 konnten die tagesklinischen Leistungen um 30 Prozent gesteigert werden. Seit 2025 könne die KAGes von einer Vollbesetzung aller Stellen sprechen.
Sorge bereite aber der Flächenzuwachs. Obwohl Objekte besser gedämmt sind als früher, sei der Energieaufwand immer noch etwa gleich hoch. Drabek führte das auf Leerstandsflächen zurück. Die Nettogeschoßfläche ist von 2005 bis 2025 um 25 Prozent angestiegen. „Das muss weniger werden“, sagte der Vorstand. Alternativ sollen die Flächen besser genutzt werden. Da kommen externe Mieter ins Spiel. Die KAGes stellt bereits Flächen für nicht-klinische Leistungen zur Verfügung. Beispielsweise wurde in Hartberg ein Frauengesundheitszentrum im LKH angesiedelt, um auch Mangel von Kassenstellen im niedergelassenen Bereich auszugleichen. Derartige Modelle sollen forciert werden.
Doch auch neue Überlegungen für Einnahmen durch Vermietung werden angedacht: So könnten künftig Ärzt:innen, die zusätzlich zu ihrem Job im Krankenhaus auch noch eine Privatordination führen wollen, diese möglicherweise direkt auf Leerflächen im Spital einrichten. Die KAGes will den Mediziner:innen dabei ein Rund-um-Paket gegen Bezahlung zur Verfügung stellen. Voraussetzung sei natürlich, dass weiterhin im Krankenhaus zumindest zu 80, noch besser zu 100 Prozent gearbeitet werde. Mehr als 48 Stunden seien im Spital aber aufgrund des Arbeitszeitgesetzes nicht erlaubt. Laut Stark würden gerade Leistungsträger des Spitals auch oftmals gerne zusätzlich eine Privatordination führen. Dieses Angebot wolle man schaffen. (rüm/APA)