Studie zeigt, was Menschen mit Suizid-Gedanken hilft

Das Lesen eines Berichts darüber, wie ein Mensch eine Krise gemeistert hat, die ihn an den Rand des Suizid brachte, kann anderen Menschen helfen, die sich selbst in einer ähnlichen Situation befinden. Das zeigten Forscher von der Meduni Wien in einer im Fachjournal „The British Journal of Psychiatry“ veröffentlichen Studie.

Der sogenannte „Papageno-Effekt“ lehnt sich an die Figur des Papageno in Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ an. Dort wird die Hauptfigur von drei Knaben davon abgebracht, sich selbst zu töten, nachdem Papageno glaubt, dass seine große Liebe, Papagena, tot ist. Im Rahmen ihrer neuen Studie mit 266 Teilnehmern fokussierten Thomas Niederkrotenthaler und Benedikt Till von der Abteilung für Sozial- und Präventivmedizin der Meduni Wien auf Menschen, die selbst im Jahr vor der Untersuchung Suizidgedanken hegten. 51 davon hatten in den Zeitraum sogar einen Suizidversuch unternommen.

Es zeigte sich, dass vor allem der persönliche, positive Erfahrungsbericht Betroffenen helfen kann. Betroffene zu befragen und deren positive Erfahrungsberichte medial zu verbreiten, helfe anderen potenziell suizidgefährdeten Personen ganz besonders, so die Autoren. „Die Ergebnisse unserer Studie sind sozusagen ein Appell an die Medien, das Themenfeld zu übernehmen und damit präventiv zu wirken“, sagte Niederkrotenthaler. Insgesamt sei das Einbeziehen von Personen mit eigenen Erfahrungen von Suizidalität ein wachsendes Thema in der Suizid-Präventionsarbeit.

Link zur Studie

 

Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.