Warnung vor Zersplitterung von Fachgebieten

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Ärzteorganisationen betonen, dass die Schaffung immer weiterer Weiterbildungsbezeichnungen bzw. Spezialisierungen bewährte Versorgungsstrukturen schwächen und die Kosten im Gesundheitswesen erhöhen.

Die deutschsprachigen Ärzteorganisationen sind bei ihrer 71. Konsultativtagung im bayerischen Bad Gögging übereingekommen, mit der Einführung weiterer Weiterbildungs- und Qualifikationsbezeichnungen für Ärzt:innen äußerst zurückhaltend umzugehen. Forderungen nach immer weiteren Qualifikationen beziehungsweise Spezialisierungen haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, auch aus dem politischen Raum. Die Schaffung immer weiterer Weiterbildungsbezeichnungen und Spezialisierungen würde bestehende Fachgebiete weiter zersplittern, bewährte Versorgungsstrukturen schwächen und die Kosten im Gesundheitswesen erhöhen.

Oft werden fälschlich argumentiert, für neue Versorgungsaufgaben seien neue Qualifikationsbezeichnungen erforderlich, obwohl viele der betreffenden Inhalte bereits heute Bestandteil etablierter Fachgebiete oder ergänzender Qualifizierungsangebote sind. Die deutschsprachigen Ärzteorganisationen sprechen sich deshalb dafür aus, neue Versorgungsaufgaben vorrangig innerhalb bestehender Fachgebietsstrukturen zu verankern und bestehende Qualifizierungswege gezielt zu aktualisieren. Ziel müsse sein, die fachliche Qualität zu sichern, ohne die Einheit der Fächer und die Sicherstellung einer flächendeckenden ambulanten und stationären Versorgung zu gefährden. (red)