Weltgesundheitstag zeigt Potenzial von Gesundheitsförderung

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Am diesjährigen Weltgesundheitstag am 7. April werden auch 40 Jahre Ottawa-Charta gefeiert: Vom internationalen Grundsatzpapier zur Praxis in Sachen Gesundheitsförderung. 

Vor 40 Jahren verabschiedete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit der Ottawa-Charta ein Grundsatzdokument, das das Verständnis von Gesundheit nachhaltig erweitert hat. Darin wird postuliert, dass Gesundheit primär im Alltag der Menschen entsteht – dort, wo sie wohnen, lernen, leben und arbeiten. Mit diesem Lebenswelten-Ansatz legte die Ottawa-Charta zugleich den Grundstein für die moderne Gesundheitsförderung. Es ist auch der Kern des Weltgesundheitstages, erinnert die Gesundheit Österreich (GÖG), deren Arbeit stark auf der Ottawa-Charta fußt. 

Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) betont deshalb: „Die Ottawa-Charta war ein Wendepunkt unseres heutigen Verständnisses von Gesundheit. Sie macht deutlich, dass Gesundheit nicht nur im Gesundheitssystem entsteht, sondern im Alltag der Menschen. Faktoren wie Lebensweise, soziale Bedingungen und Umwelt spielen dabei eine zentrale Rolle. Genau dort setzt Gesundheitsförderung an.“ Auch Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) unterstreicht die Bedeutung: „Die Ottawa-Charta gilt als Meilenstein der Gesundheitsförderung und ist zugleich ein starkes politisches Signal für mehr soziale Gerechtigkeit. Sie steht für Prävention, Chancengleichheit, Mitbestimmung und gemeinsame Verantwortung und verdeutlicht vor allem, dass Gesundheit auch von den Lebensbedingungen abhängt.“ 

Der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) – einer von drei Geschäftsbereichen der Gesundheit Österreich – arbeitet seit seiner Gründung im Jahr 1998 daran, die Prinzipien der Charta in Österreich mit Leben zu erfüllen. Als Kompetenz- und Förderstelle unterstützt der FGÖ Projekte, die gesundheitsförderliche Lebenswelten schaffen und zu mehr gesundheitlicher Chancengerechtigkeit beitragen. GÖG-Geschäftsführer Herwig Ostermann: „Gesundheitsförderung muss in Österreich dauerhaft Teil der gesundheitspolitischen Steuerung bleiben.“ 

Der ÖGB erinnerte am Dienstag daran, dass betriebliche Gesundheitsförderung weit mehr sind als „ein Obstkorb für die Mitarbeiter:innen“: „Gesundheit ist ein Grundrecht – wir müssen sie auch in der Arbeitswelt verwirklichen“, sagt Gewerkschafterin Julia Stroj. Sie erinnert daran, dass gesunde Beschäftigte produktiver und seltener krank sind und auch länger im Unternehmen verbleiben. „Wir brauchen gesundheitsfördernde Angebote wie Teamtage, gesunde Ernährung und Bewegung – aber vor allem verhältnisorientierte Maßnahmen: also wertschätzende Führungsstile, flexible Arbeitszeiten, stressfreie Organisationskulturen und ergonomische Arbeitsplätze.“ 

Anlässlich des Weltgesundheitstages rückt heuer das Motto „Together for health. Stand with science“ die zentrale Rolle von Wissenschaft und internationaler Zusammenarbeit in den Fokus. Ziel ist es, das Vertrauen in evidenzbasierte Entscheidungen zu stärken und wissenschaftliche Erkenntnisse konsequent für die Förderung der Gesundheit zu nutzen. Nicht zuletzt deshalb erinnert der Pharmaverband Pharmig daran, dass Arzneimittel ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsversorgung sind. Sie würden entscheidend dazu beitragen, Lebensqualität zu erhalten, zu verbessern und Leben zu verlängern. „Wurden früher vor allem pflanzliche Mittel eingesetzt, so bekämpfen wir Krankheiten mittlerweile mit hoch präzisen und komplexen Therapien. Das verdanken wir unablässiger Forschung“, sagt Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog. Er nimmt das diesjährige Motto zum Anlass, nicht nur eine Lanze für die Medikamentenforschung an sich zu brechen, sondern auch speziell für den Forschungsstandort Österreich. Dazu sei, so Herzog, eine explizite Life-Sciences-Strategie erforderlich: „Die Politik hat es in der Hand, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sowohl Forscherinnen und Forscher als auch in der Forschung tätige Unternehmen, Österreich als Standort für ihre Projekte wählen. Stimmen die Rahmenbedingungen, kommen auch diejenigen, die Forschung betreiben.“ (rüm)