© vizualni - stock.adobe.com Vier von zehn Personen haben sich laut einer Umfrage schon einmal aus finanziellen Gründen gegen eine Zahnbehandlung entschieden. Bei der Kostenübernahme für Zahnfüllungen gibt es weiterhin keine Einigung zwischen ÖGK und Zahnärztekammer.
85 Prozent der Österreicher:innen achten nach eigenen Angaben gewissenhaft auf ihre Zahnpflege, 73 Prozent gehen mindestens einmal jährlich zur Kontrolle. Dennoch haben sich 40 Prozent schon einmal gegen eine Zahnbehandlung entschieden, weil sie zu teuer war. Bei vollständiger Kostenübernahme – beispielsweise durch eine private Zahnversicherung – würde die Bereitschaft, sich behandeln zu lassen, sprunghaft steigen, zeigt das Gesundheitsbarometer2026, für das im Auftrag der Allianz Versicherung 1.600 Personen online befragt wurden.
Gute Zahnpflege geht laut der Umfrage häufig mit höherem Einkommen einher. „Am Bewusstsein für gesunde Zähne fehlt es kaum – eher an der Möglichkeit, konsequent danach zu handeln“, erläuterte Jörg Hipp, Vorstand der Allianz Österreich. Die Qualität der zahnmedizinischen Versorgung in Österreich wird insgesamt positiv beurteilt: 71 Prozent bewerten sie als sehr oder eher gut. Kritischer sehen die Befragten die Wartezeiten und vor allem das Kosten-Leistungs-Verhältnis: Nur 28 Prozent bewerten dieses als sehr oder eher gut.
Damit trifft die Umfrage einen zentralen Punkt der aktuellen Diskussion um Zahnfüllungen. Seit dem Verbot für Amalgam Anfang 2025 verhandeln der Dachverband der Sozialversicherungsträger und die Österreichische Zahnärztekammer über einen gleichwertigen Kostenersatz für alternative Füllmaterialien. Eine Einigung über einen allgemein geltenden Ersatz steht weiterhin aus.
Laut ÖGK laufen die Gespräche „konstruktiv“. Neben dem Kostenersatz für Amalgamalternativen gehe es auch um die Weiterentwicklung des Gesamtvertrags und um Qualitätsstandards. In die Gespräche einbezogen werden alle drei Alternativmaterialien: Glasionomerzemente, Alkasite und Komposite. Die ÖGK verweist zugleich darauf, dass ihre Versicherten in den 61 Zahngesundheitszentren bereits amalgamfreie Zahnfüllungen auf Kassenkosten erhalten. Auch bei Vertragszahnärzt:innen mit entsprechender Einzelvereinbarung sowie in selbstständigen Zahnambulatorien werden bestimmte Füllungen im Seitenzahnbereich übernommen.
Konkret bezahlt die ÖGK Kompositfüllungen im Front- und Eckzahnbereich. Im Seitenzahnbereich werden Glasionomerzementfüllungen für Kinder bis zum 15. Lebensjahr sowie für Schwangere und stillende Mütter übernommen. Alkasitfüllungen werden im Seitenzahnbereich bei Konsultation der Zahngesundheitszentren beziehungsweise entsprechender Vertragszahnärzt:innenund Zahnambulatorien auf Kassenkosten angeboten. (tab)