© Bartek – stock.adobe.com Das Austrian Institute of Technology hat ein System zur Pseudonymisierung und Verknüpfung sensibler Gesundheitsdaten für die Forschung entwickelt. Nun wurde es offiziell zertifiziert.
Forschung mit Gesundheitsdaten steht vor einer zentralen Herausforderung: Daten müssen auswertbar und über verschiedene Quellen hinweg verknüpfbar sein, gleichzeitig sind Identität und Privatsphäre der betroffenen Personen zu schützen. Gerade bei sensiblen personenbezogenen Daten braucht es Verfahren, die eine datenschutzkonforme Nutzung und zugleich eine wissenschaftlich belastbare Auswertung ermöglichen.
Das AIT Austrian Institute of Technology hat dafür die EUPID (European Patient Identity Management) Services entwickelt. Dabei werden Namen und andere direkt identifizierende Informationen nicht weitergegeben oder gespeichert, sondern durch Pseudonyme ersetzt. Nun bestätigte die Zertifizierungsstelle DSGVO-ZT, dass die EUPID Services die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung erfüllen.
Nach Angaben des AIT können mit dem System Daten derselben Person auch dann erkannt und verknüpft werden, wenn sie in unterschiedlichen Datensätzen unter verschiedenen Pseudonymen vorliegen. Dadurch soll die Verknüpfung von Gesundheitsdaten erleichtert und gleichzeitig die Privatsphäre der betroffenen Personen geschützt werden. Solche Lösungen sind besonders dort relevant, wo personenbezogene Daten an unterschiedlichen Stellen gespeichert werden und gleichzeitig ein hoher Forschungsbedarf besteht. Als Beispiel nennt das AIT die Kinderkrebsforschung, in der EUPID bereits seit längerer Zeit eingesetzt wird. „Die Zertifizierung der EUPID Services schafft zusätzliche Verlässlichkeit für Forschungspartner, Ethikkommissionen und betroffene Patient:innen“, erklärt Dieter Hayn, Senior Scientist in der Competence Unit Digital Health Information Systems des AIT Center for Health and Bioresources. (tab)