© New Africa – stock.adobe.com Einsparungen im psychosozialen Bereich seien „problematisch und unvernünftig“. In einer gemeinsamen Stellungnahme warnen Fachgesellschaften nun davor.
Die psychiatrische Versorgung in Österreich sei schon jetzt strukturell überlastet. Man betrachte daher die aktuellen Einsparungen zu Lasten von Menschen mit psychischen Erkrankungen „mit großer Sorge“, steht in einer gemeinsamen Stellungnahme zweier Fachgesellschaften zu lesen: der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (ÖGPP) und der Österreichischen Gesellschaft für Sozialpsychiatrie (ÖGSP). Die strukturelle Überlastung der Versorgung von psychisch Kranken zeigt sich den Expert:innen der ÖGPP und der ÖGSP zufolge daran, dass im niedergelassenen kassenärztlich-psychiatrischen Bereich vielerorts keine zeitnahen Behandlungen mehr möglich sind. Als Beispiel für aktuelle Einsparungen führen die Gesellschaften die Tatsache an, dass stationäre Einrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen am Wochenende zusperren, wie das nun auch im Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach im Pongau (Salzburg) der Fall ist.
„Einsparungen im psychosozialen Bereich sind nicht nur fachlich problematisch, sondern auch volkswirtschaftlich unvernünftig, sie führen verlässlich zu hohen Folgekosten nicht nur im Gesundheitssystem, sondern auch in der Pflege, in der Justiz und im Sozialbereich“, warnt ÖGPP-Präsident Christian Korbel. Es brauche unbedingt eine psychosoziale Versorgung, die bedarfsorientiert, regional abgestuft und strukturell abgesichert sei, nur so könne die Versorgungssicherheit gewährleistet werden, heißt es seitens der ÖGSP. Von besonderer Bedeutung seien kleine, gemeindenahe und niederschwellige Einrichtungen, die Patientengruppen erreichen, die von großen Institutionen oft nicht ausreichend erfasst würden. (sst/APA)