Hitzeaktionstag: Regeln für Arbeit gefordert

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Zum Hitzeaktionstag am 9. Juni gab es neue Warnungen vor den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels. Aufklärung soll eine zentrale Rolle spielen. 

„Das bisherige Jahr 2026 mit dem trockensten Frühling der Messgeschichte hat gezeigt, dass der Klimawandel für ernste Situationen in Österreich sorgt“, hielt Harald Schlögel, 1. Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, zum Hitzeaktionstag am 9. Juni fest. Im Bereich der Gesundheit und der Leistungsfähigkeit sehe man bereits deutliche Folgen. Die Herausforderungen reichen von mehr Hitzetagen und Tropennächten übersteigende Umweltbelastungen bis hin zu neuen Krankheitsbildern durch eingewanderte Erreger. Aktuell sei das Gesundheitssystem nur rudimentär auf diese Entwicklungen vorbereitet.

Eine aktuelle Studie zeigt: Mehr als die Hälfte aller Personen weiß gar nicht, dass sie hitzevulnerabel ist. Das bedeute verstärkte Aufklärungsarbeit. „Symptome wie Muskel- und Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und erhöhte Herzfrequenz sind typisch bei hohen Temperaturen, ältere Menschen zeigen Symptome wie starke Kreislaufprobleme und Verwirrtheit“, sagte Schlögel, der sich auch ein vierstündiges Zusatzmodul für Ersthelfer:innen zum Thema Hitzefolgen vorstellen kann und die Forderungen der Arbeiterkammer nach klaren Regeln für Arbeit bei Hitze unterstützt.

Handlungsbedarf sieht die ÖÄK auch im Gesundheitswesen selbst. Der Sektor verursache rund sieben Prozent der österreichischen Treibhausgasemissionen, sagte Umweltmediziner Heinz Fuchsig. Vor allem Krankenhäuser müssten besser auf Hitze vorbereitet werden. „Dabei sollten wir die entsprechenden Hotspots im wahren Wortsinn identifizieren und die Nachrüstung mit Kühlungen priorisieren“, so Fuchsig Eine drohende Auswirkung des Klimawandels liegt dem Umweltmediziner besonders am Herzen: Stromausfälle wurden von der New York Times zuletzt als „tödlichstes Klimaereignis in Städten“ genannt. In diesem Fall müsse das sogenannte Heatmappinggreifen: „Damit ist gemeint, dass Vulnerable die kühleren Räume in den Spitälern bekommen sollen.“

Da der diesjährige Hitzeaktionstag unter dem Motto „Coole Lösungen für den Arbeitsplatz“ steht, verwies Karl Hochgatterer, Referent im ÖÄK-Referat für Arbeitsmedizin, auf die Auswirkungen von Hitze auf die Leistungsfähigkeit. Ab einer Temperatur von 30 Grad sinken Konzentration und Verarbeitungsgeschwindigkeit, während die Fehleranfälligkeit steigt, so der Experte. Arbeitsmediziner sollten daher stärker in die betriebliche Vorbereitung auf Hitze eingebunden werden, insbesondere zum Schutz gefährdeter Gruppen wie Nierenkranke, Diabetiker:innen oder Schwerarbeitern, besonders im Freien. (tab)