Impfdebatte: Apothekerkammer ortet Hilfe der Bundesländer

Gerhard Kobinger (c) ÖVIH/APA-Fotoservice/Hörmandinger

Die Apothekerkammer begrüßt Maßnahmen zur Erhöhung der Durchimpfungsrate. Und sie ortet in einer Initiative der Gesundheitslandesräte, dass diese nachdenken, Impfungen in Apotheken verabreichen zu lassen.

Wollen die Gesundheitslandesräte das Impfen im Apotheken ermöglichen? Die Apotheker sind in jedem Fall davon überzeugt und die Kammer denkt offenbar bereits darüber nach, wie das funktionieren könnte. „Die Apothekerinnen und Apotheker sind Experten für Arzneimittel, somit auch für Impfstoffe, und stehen bereit, um mit dem Impfen in den 1.400 Apotheken einen wirksamen Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung zu leisten“, versichert Susanne Ergott-Badawi, Mitglied des Präsidiums der Österreichischen Apothekerkammer. Sobald die Politik die gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Impfen in Apotheken fixiere, werde alles vorbereitet, um eine hochqualitative Gesundheitsdienstleistung anzubieten, erklärt Gerhard Kobinger, Präsidiumsmitglied der Österreichischen Apothekerkammer.

Soweit ist es aber noch nicht. Die Gesundheitslandesräte wollen mit einer neuen Initiative zusätzlichen Berufen das Impfen ermöglichen und so die Durchimpfungsrate erhöhen, heißt es aus der Kammer. Man wolle eine Arbeitsgruppe mit dem Thema beschäftigen, heißt es von den Ländern. Ergebnisse sollen aber noch vor dem Herbst und damit der Influenzasaison vorliegen. „Die Gesundheitslandesräte haben mit ihrem Vorstoß vollkommen recht, denn eine hohe Durchimpfungsrate kann vielfaches persönliches Leid und massive Folgekosten etwa durch Spitalsaufenthalte verhindern“, ist Kobinger überzeugt. Impfen durch Apotheker sei bereits in zwölf EU-Ländern gelebter Alltag. Dadurch wurden die Impfquoten in diesen Ländern signifikant erhöht. „Mit Öffnungszeiten von mindestens 48 Stunden wöchentlich und einer breiten regionalen Abdeckung bieten die Apotheken ums Eck einen niederschwelligen und einfachen Zugang, auch wenn die Menschen die Ärztinnen und Ärzte nicht erreichen können“, sagt Ergott-Badawi. Täglich würden 400.000 Patientinnen und Patienten Apotheken aufsuchen. (rüm)