© Phago Die Grippewelle hat Österreich nach wie vor im Griff und damit auch die Zahl der schweren Verläufe. Das hat unter anderem Auswirkungen auf Grippe- und Schmerzmittel, melden die Pharmagroßhändler.
Offiziell sind die Influenza-Fälle nach einem ungewöhnlich frühen Start im Dezember mittlerweile rückläufig. Expert:innen schließen einen neuerlichen Anstieg in den Semesterferien nicht aus. Angesichts dessen stellt sich die Frage, wie es aktuell um die Arzneimittel-Versorgung hierzulande aussieht. Den besten Überblick hat dazu der Verband der Arzneimittel-Vollgroßhändler Phago. Dessen fünf Mitgliedsunternehmen sind Teil der kritischen Infrastruktur Österreichs. Hier findet an insgesamt 23 Standorten die Planung, Abwicklung sowie Auslieferung von rund 20 Millionen Arzneimittelpackungen pro Monat an die Apotheken statt.
PHAGO-Generalsekretärin Monika Vögele: „Lieferengpässe gibt es leider bei den Grippe-Medikamenten, nachdem der Bedarf im Dezember ungewöhnlich hoch war. Aktuell können wir Lieferausfälle gut kompensieren. Für Anfang Februar ist weiterer Nachschub angekündigt. Auch bei Paracetamol-haltigen Schmerzmitteln stockt bei einigen Präparaten im Moment die Nachlieferung. In unseren Phago-Lagern haben wir aber 220.000 Medikamente mit diesem Wirkstoff bevorratet, damit ist genug da. Kinderfiebersäfte sind ausreichend auf Lager, ebenso Hustenstiller, Nasensprays und Schnupfenmittel.“
Ein aktueller Überblick über sonstige Indikationen zeigt erfreuliche Zahlen bei den Herz-Kreislauf-Mitteln. Dort sind 94 % aller Medikamente problemlos verfügbar. Bei Psycholeptika sind 104 Arzneimittel und damit über ein Viertel von Lieferverzögerungen betroffen, bei Psychoanaleptika sind es zwar nur 8 %, darunter fallen aber Einzelfälle ohne Alternativtherapien. Bei Schmerzmitteln gibt es bei jedem Fünften Schwierigkeiten bei der zeitgerechten Anlieferung. Phago-Vize Mila Pohl sagt dazu: „Aktuell müssen wir bei knapp 1.300 Arzneimitteln lenkend eingreifen, weil es seitens der Industrie Probleme beim Nachschub gibt. Mehr als 12 % des Arzneimittelmarktes sind von Lieferschwierigkeiten betroffen. Das heißt konkret, dass die Phago-Großhändler Alternativprodukte aufstocken und für eine sachgerechte Verteilung auf ganz Österreich sorgen müssen. Mit Stand Ende Jänner schaffen wir das auch.“ Vögele abschließend: „Wir werden die Situation weiter im Auge behalten.“ (red)