Mehr Tempo für e-Health-Projekte

v.l.: PDG-Vertreter:innen Katharina Künstner, Peter Uher, Gerhard Stimac, Florian Schnurer © FEEI/APA/Juhasz

Die Plattform für Digitale Gesundheit fordert eine bundesweite Steuerung zentraler e-Health-Vorhaben. Eine neue Roadmap soll wichtige Projekte koordinieren und vorantreiben. 

Die Plattform für Digitale Gesundheit (PDG), ein Netzwerkpartner des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie, lud Expert:innen aus Wirtschaft, Gesundheitswesen und Politik zum eHealthFrühstück. Im Fokus standen Branchenperspektiven und Anforderungen an die strategische Steuerung des heimischen Gesundheitswesens.  

Rund 100Millionen elektronische Verordnungen und über 6 Millionen e-Rezepte jährlich zeigen die zentrale Bedeutung digitaler Anwendungen im Gesundheitssystem. Initiativen wie der e-Eltern-Kind-Pass, das e-HealthCodierservice und neue Formen der plattformgestützten Kommunikation treiben diese Entwicklung voran. Damit digitale Anwendungen ihr Potenzial in Ordinationen, Apotheken, Pflege und Krankenhäusern ihr voll entfalten können, brauche es ein abgestimmtes Vorgehen, war man sich einig. 

Vor diesem Hintergrund hat die PDG die e-HealthRoadmap initiiert. Sie soll einen Online-Überblick über zentrale e-Health-Projekte bieten und die koordinierte Weiterentwicklung von Digital Health unterstützen. Angesichts der steigenden Anzahl paralleler e-Health-Projekte sieht die PDG akuten Handlungsbedarf bei der bundesweiten Gesamtsteuerung. „Was aktuell fehlt, ist eine zentrale Stelle, die die Vielzahl an e-Health-Projekten zusammenführt, koordiniert und strategisch begleitet“, erklärt Florian Schnurer, Leiter der Plattform für Digitale Gesundheit. Eine österreichweite e-Health-Koordination könne die dringend nötigen Prioritäten festlegen. Systemübergreifend verfügbare Patient:innendaten seien etwa eine wesentliche Voraussetzung.  

Der Bedarf an abgestimmter Steuerung zeigt sich laut PDG besonders im stationären Bereich. Die Digitalisierung der Krankenhäuser schreitet in den Bundesländern unterschiedlich schnell voran. Ein mögliches KrankenhausZukunftsgesetz, das derzeit zwischen Bund und Ländern diskutiert wird, könnte mit klaren Zielvorgaben, gebündelten Investitionen und verbindlichen Standards das Tempo beschleunigen. Das würde medizinisches Fachpersonal administrativ entlasten und die Versorgung der Patient:innen spürbar verbessern,argumentiert die Plattform. (tab)