© rh210 - stock.adobe.com Die großen Pharmakonzerne sind im zweiten Quartal überwiegend gewachsen. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, wie stark Patentabläufe und Rückschläge in der Forschung die Bilanzen beeinflussen.
Dank überwiegend guter Quartalszahlen haben mehrere Pharma-Unternehmen ihre Jahresprognosen in den vergangenen Tagen angehoben. Vor allem Onkologika und Immunologiemedikamente sowie die boomenden Abnehmpräparate erwiesen sich erneut als Wachstumstreiber.Für letztere entwickelte sich der Markt besonders dynamisch. Bei Eli Lilly stieg der Quartalsumsatz dank der Präparate um fast die Hälfte auf knapp 23 Milliarden Dollar. Die neue Abnehmpille , auf der aktuell alle Augen wegen des Konkurrenzkampfes mit dem dänischen Hersteller Novo Nordisk gerichtet sind, kam vorerst auf knapp 100 Millionen Dollar. Auch Novo Nordisksteigerte den bereinigten operativen Gewinn um elf Prozent.
Gleich mehrere Pharmakonzerne profitierten von neuen Onkologiepräparaten. Der Schweizer Konzern Novartis steigerte seinen Umsatz mit Mitteln gegen Brustkrebs und Blutkrebs. Bayer verzeichnete Wachstum mit einem Produktgegen Prostatakrebs. Bei Johnson & Johnson sorgten Mittel gegen Blutkrebs sowie Lungenkrebspräparate für Rückenwind. Auch bei MSD blieb die Immuntherapie ein zentraler Wachstumstreiber.
Demgegenüber stehen Einbußen durch ausgelaufene Patente. Bei Novartis halbierten sich etwa die Erlöse mit dem Herzmedikament Entresto. „Wir standen im ersten Halbjahr vor dem größten Patentablauf unserer Geschichte“, sagte Vorstandschef Vas Narasimhan. Neue Krebs- und MS-Mittel konnten den Rückgang jedoch auffangen. Auch Bayer muss mit dem Auslaufen von Patenten umgehen: Die Umsätze mit dem Blutverdünner Xarelto und dem Augenmedikament Eylea gingen deutlich zurück.
Die bevorstehenden Patentlücken führen zu Sparprogrammen. Der britische Pharmakonzern GSK will bis 2029 jährlich 1,9 Milliarden Pfund einsparen, um Forschung und Pipeline zu finanzieren. Auch Pfizer verschärft den Sparkurs: Zwar stieg der Quartalsumsatz um drei Prozent, milliardenschwere Abschreibungen nach dem Scheitern einer Lungenkrebs-Studie führten aber insgesamt zu einem Verlust. Ebenso muss der US-Konzern Moderna einen Rückschlag bei einem experimentellen Norovirus-Impfstoff verkraften. (APA/red)