© ZIHE – stock.adobe.com Gerüchten zufolge soll das ÖGK-Gebäude am Wienerberg im Zuge der U2-Verlängerung abgerissen werden. Wiener Linien und die ÖGK selbst geben sich bedeckt. Muss die Gesundheitskasse dem U-Bahn-Bau weichen?
Rund um den geplanten Neubau der Zentrale der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) am Wienerberg (ehemals WGKK) wird derzeit spekuliert. Hintergrund sind die Pläne zur Verlängerung der U2, deren künftige Endstation unmittelbar beim bestehenden ÖGK-Komplex entstehen soll. In Branchenkreisen und im Umfeld der ÖGK kursieren Gerüchte, wonach das derzeitige Gebäude dem U-Bahn-Ausbau weichen muss. Offiziell bestätigt ist das allerdings noch nicht.
In den Visualisierungen der Wiener Linien zur zukünftigen Gestaltung des Areals ist das bestehende ÖGK-Gebäude jedenfalls nicht zu sehen. Die Wiener Linien halten sich auf Nachfrage bedeckt. Man verweist lediglich darauf, dass die künftige Endstation Wienerberg „direkt beim Gebäude der Österreichischen Gesundheitskasse“ liegen werde. Der Baustart für die Verlängerung der U2 mit den neuen Stationen Gußriegelstraße und Wienerberg ist laut Wiener Linien für 2030 vorgesehen, die Fertigstellung Mitte der 2030er-Jahre geplant. Details zur Oberflächengestaltung und möglichen Auswirkungen auf angrenzende Gebäude würden erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgearbeitet. Fest steht: Ab dem Matzleinsdorfer Platz soll eine rund 2,2 Kilometer lange Neubaustrecke entstehen, die den Wienerberg deutlich besser an das U-Bahn-Netz anbindet.

© Architekt Moßburger_OLN-Office Le Nomade
Genau diese Stadtentwicklung spielt auch bei den Zukunftsplänen der ÖGK eine zentrale Rolle. Die bestehenden Gebäude aus den 1970er-Jahren gelten mittlerweile als sanierungsbedürftig. Die ÖGK hatte daher zuletzt verschiedene Szenarien für den Standort prüfen lassen. Im März 2026 fasste der Verwaltungsrat schließlich einen Grundsatzbeschluss für einen Neubau. Dabei betont die Gesundheitskasse ausdrücklich, dass der Standort grundsätzlich erhalten bleiben soll. In einer Stellungnahme heißt es, die ÖGK werde ihren „angestammten Platz am Wienerberg nicht verlassen“ und beteilige sich im Rahmen der Standortentwicklung an der laufenden Stadtteilentwicklung der Stadt Wien.
Geplant sei ein modernes Gesundheits- und Zahngesundheitszentrum samt Verwaltungsflächen. Laut ÖGK sei ein Neubau die wirtschaftlichste und zweckmäßigste Lösung. Zudem könne dadurch ein Teil der Liegenschaft neu verwertet werden. Konkreter werden will die Gesundheitskasse derzeit allerdings nicht. Zunächst solle ein Architektenwettbewerb unterschiedliche Planungskonzepte hervorbringen. Die Bauarbeiten würden jedenfalls nicht vor 2030 beginnen. (tab)