Sterblichkeit aufgrund von Demenz um 48 Prozent gestiegen

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Neueste Daten der Statistik Austria zeigen die Entwicklung der Sterblichkeit in Österreich und die häufigsten Todesursachen 2023.

Die Statistik Austria veröffentlichte die neuesten Daten zur Sterblichkeit in Österreich – mit teils überraschenden Ergebnissen. So ist die Sterblichkeit aufgrund von Demenz im Jahr 2023 um 48 Prozent angestiegen. Fachleute vermuten, dass der enorme Anstieg mit einem vermehrten Infektionsaufkommen mit viralen und auch bakteriellen Erregern nach der Pandemie zu tun hat. Das könnte dazu geführt haben, dass mehr an Demenz erkrankte Menschen verstorben sind als noch im Jahr zuvor. Auch die Sterblichkeit aufgrund von Morbus Parkinson ist gestiegen, hier aber „nur“ um 13 Prozent verglichen mit 2022. Im Großen und Ganzen ist die Sterblichkeit 2023 in Österreich allerdings deutlich zurückgegangen und lag mit 89.760 Verstorbenen um fünf Prozent unter dem Durchschnitt von 2020 bis 2022 und sogar um rund ein Prozent unter jenem von 2015 bis 2019.

Unverändert blieb 2023 das Ranking der Todesursachen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren nach wie vor die Todesursache Nummer eins (31.129 Verstorbene) vor Krebs (21.067 Verstorbene), was zusammengezählt 58 Prozent aller Sterbefälle entspricht. In beiden Gruppen ist die Sterblichkeit im Vergleich zu den Vor-Pandemie-Jahren gesunken (minus 15 beziehungsweise minus sechs Prozent). Die Sterblichkeit aufgrund von Suiziden lag im Vorjahr wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie (plus drei Prozent im Vergleich zum Durchschnitt 2015 bis 2019), nachdem sie in den Jahren 2020 und 2021 etwas geringer ausgefallen war. Die Covid-Sterblichkeit sank 2023 erneut und lag um 61 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2022. Neben Erkrankungen des Kreislaufsystems (35 Prozent) und Krebs (24 Prozent) waren Krankheiten der Atmungsorgane (sechs Prozent), Verletzungen und Vergiftungen (sechs Prozent), Demenz (vier Prozent) sowie Krankheiten der Verdauungsorgane (vier Prozent) weitere bedeutende Ursachen.

Mehr als die Hälfte der Todesfälle des Vorjahres (52.258 Verstorbene) ereignete sich nach dem Erreichen des 80. Lebensjahres. Zwischen dem 40. und dem 80. ereigneten sich rund 40 Prozent aller Sterbefälle – hier vor allem wegen Krebs (knapp ein Drittel). Bei Jugendlichen und Erwachsenen zwischen zehn und 40 Jahren (zusammen nur zwei Prozent der Sterbefälle) waren Suizide, Unfälle und Krebs die häufigsten Todesursachen. Bei Kindern im Alter von einem bis zehn Jahren (0,1 Prozent der Sterbefälle) waren Unfälle und Krebs am häufigsten, bei Säuglingen (220 Todesfälle im Jahr 2023 beziehungsweise 0,2 Prozent) Geburtskomplikationen und angeborene Fehlbildungen. (kagr/APA)