© Anton; fusssergei – stock.adobe.com Wissenschafter:innen stellten in einer Studie fest, dass der Konsum des Zuckersatzstoffes Xylit langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann.
17.710 Daten aus zwei Langzeitbeobachtungsstudien, die bis zu 30 Jahre liefen, haben Wissenschafter:innen der Charité Berlin analysiert, um herauszufinden, ob ein langfristiger Konsum des Zuckerersatzstoffes Xylit das Risiko für Herzschäden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.
Die Analyse zeigte, dass Personen mit einem Xylitolspiegel im obersten Viertel der gemessenen Werte über einen Beobachtungszeitrum von sechs Jahren ein um 57 Prozent höheres Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse hatten als solche mit Xylitolspiegeln im untersten Viertel. Über einen Zeitraum von 30 Jahren war das Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod bei den Personen mit den höchsten Xylit-Werten um 18 Prozent höher als bei den Personen mit den niedrigsten Werten. Diese Ergebnisse deuten laut der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC), bei deren Jahreskongress am kommenden Wochenende in München die Studie vorgestellt wird, auf eine dosisabhängige Beziehung hin: Je höher die Xyitolblutwerte, desto höher die kardiovaskuläre Ereignisrate.
Die Annahme, dass Xylit das Risiko für Herzschäden erhöht, bestand laut Studienleiter Marco Witkowski aufgrund früherer Studien, wo die Wissenschafter:innen zeigten, dass die Aufnahme von Xylit über Lebensmittel oder etwa auch Mundspülungen und Zahnpasta dazu führt, dass sich eher Blutgerinnsel bilden. Ebenfalls schon früher stellten die Forscher:innen bei Hochrisikopatient:innen für Herz-Kreislauf-Ereignisse fest, dass ein höherer Xylitolspiegel im Blut ein höheres Risiko für Herzinfarkt & Co. ergibt. (sst/APA)