© kozorog - stock.adobe.com Wegen der heuer besonders starken Wespensaison sind bestimmte Adrenalin-Autoinjektoren teilweise schwer erhältlich. Ein Hersteller sieht aber Entspannung bei der Versorgungslage.
Die Hitze führt nicht nur zu Trockenheit, sondern offenbar auch zu einem Wespenjahr. Milde Winter und warmes Frühlingswetter sichern jungen Königinnen das Überleben und erleichtern den Nestbau. Die Trockenheit sichert zudem ideale Bedingungen für eine rasche Vermehrung und große Völker. In Österreich sind etwa 300.000 Personen schwer allergisch gegen das Gift einer Biene oder Wespe. Ein Stich kann potenziell lebensbedrohlich sein. Im Spätsommer schlüpfen viele Wespen, die auf Nahrungssuche sind. Kliniken melden vermehrt Fälle von allergischen Reaktionen.
In Österreich gibt es mehrere Adrenalinpräparate, sodass Patient:innen grundsätzlich versorgt werden können, betonte der Pharmakonzern ALK am Wochenende in einer Aussendung. Für Allergiker:innen bestehe kein Grund zur Sorge. Adrenalin sei zudem eine Notlösung im Ernstfall, langfristigen Schutz könne dagegen eine Allergie-Immuntherapie bieten. „So gefährlich eine Wespengift-Allergie auch ist, sie ist gleichzeitig jene Allergieform, die mit der allergenspezifischen Immuntherapie am allerbesten behandelt werden kann“, erläuterte Gunter Sturm, Leiter des Allergieambulatoriums Reumannplatz in Wien-Favoriten und der Forschungsgruppe Klinische Allergologie an der Univ.-Hautklinik Graz. „Diese Therapie ist hochwirksam. Über 90 Prozent aller Betroffenen sind damit sicher vor den schweren allergischen Reaktionen geschützt und brauchen einen Stich nicht mehr zu fürchten“, berichtete er.
Bei dieser Behandlung wird der Allergie-Auslöser über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren regelmäßig in den Oberarm injiziert. Damit wird das Immunsystem an das Wespengift gewöhnt und es reagiert nicht mehr über. Zu Beginn wird üblicherweise über mehrere Wochen aufdosiert, was mit regelmäßigen Arztbesuchen verbunden ist. Doch das geht auch deutlich schneller: „Durch sogenannte Rush- oder Ultra-Rush-Protokolle lässt sich der Schutz innerhalb weniger Tage erreichen. Dieses Verfahren erfolgt unter ärztlicher Überwachung im Krankenhaus.“ Voraussetzung für die Therapie ist eine gesicherte fachärztliche Diagnose. Der ideale Zeitpunkt dafür ist etwa vier Wochen nach dem Stichereignis. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt die Behandlung ausdrücklich. (red)