Wien: Apotheken helfen bei der Behandlung von Hepatitis C

Symbolbild/Fotolia

20.000 bis 30.000 Menschen sind in Österreich mit Hepatitis C infiziert. In Wien soll die Zahl der Patienten nun durch ein neues Projekt auf ein Minimum reduziert werden.

Das Problem einer Hepatitis C-Therapie ist, dass die Medikamente regelmäßig und verlässlich eingenommen werden. Da die Viruserkrankung durch Blutkontakt übertragen wird, sind Drogenkranke, die sich Suchtgift spritzen, eine Risikogruppe. Hier liegt die Infektionsrate bei 60 bis 80 Prozent. Schwer suchtkranke Menschen haben mit der Therapietreue allerdings Probleme. Deshalb wird die Therapie nun mit der Substitutionsmedikation verknüpft, wie Hans Haltmeyer, ärztlicher Leiter der Suchthilfe Wien, erklärte.

Wenn Betroffene, die im Drogenersatzprogramm sind, ihre Substitute in der Apotheke unter Aufsicht zu sich nehmen, werden sie zugleich an die Einnahme des Hepatitis-C-Medikaments erinnert. Die Kosten für die rund 9.000 Euro teure Therapie werden von der Gebietskrankenkasse bezahlt. „Wir haben bisher knapp 400 Patienten behandelt, mit einer Erfolgsquote von 99,6 Prozent“, freut sich der Mediziner der Suchthilfe. In der Bundeshauptstadt erhalten derzeit rund 6.500 Menschen Suchtgiftsubstitution.

Damit alle Betroffenen erreicht werden können, müssen sie zuerst überhaupt einmal wissen, dass sie mit dem Erreger infiziert sind. Daher gibt es zusätzlich zum neuen Behandlungsansatz ein neues Screeningprojekt. In Zusammenhang mit dem Gesundheitsdienst der Stadt (MA 15) wird allen Opioid-Substitutionspatienten angeboten, sich kostenlos testen zu lassen. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) zeigte sich zuversichtlich, dass man in der Hauptstadt die Ziele der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Zusammenhang mit Hepatitis C erreichen werde. Diese sehen vor, die Zahl der Neuinfektionen bis 2030 um 90 Prozent zu drücken – im Vergleich zu den Zahlen von 2015. Die Todesfälle in Folge der Erkrankung sollen im selben Zeitraum um 65 Prozent zurückgehen. (APA)