Pneumologen für Rauchfreiheit im öffentlichen Raum

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Noch ist die Aktualisierung des Tabak- und Nichtraucherschutzgesetzes nur in Planung. Pneumolog:innen kritisieren sie aber schon jetzt und fordern  Rauchfreiheit auf Spielplätzen und im öffentlichen Raum. 

„Die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie fordert ein generelles Verbot von Rauchen und Dampfen auf Spielplätzen, wo das bloße Wegwerfverbot unzureichend ist, und im gesamten öffentlichen Raum“, erklärt ÖGP-Experte Lukasz Antoniewicz und ergänzt: „Das Verbot ist zum Schutz von Kindern und Nichtraucher:innen erforderlich.“ 

Statt Maßnahmen wie diese zum Schutz der Gesundheit hätten in der geplanten Novelle des Tabak- und Nichtraucherschutzgesetzes (TNRSG) wirtschaftliche Interessen Vorrang, heißt es weiters seitens der ÖGP. So sei in dem Gesetzesentwurf eine bloße Meldepflicht für neuartige Tabakerzeugnisse wie Vapes, Nikotinerhitzer und Nikotinbeutel vorgesehen. „Dadurch können hochgradig abhängigkeitserzeugende Produkte mit potenziell gravierenden Langzeitfolgen künftig ungeprüft und ohne medizinische Bewertung auf den Markt gelangen“, warnt ÖGP-Präsidentin Eveline Kink. Dabei würden Langzeitfolgen wie chronische Atemwegserkrankungen bis hin zu COPD und Lungenkrebs nicht nur viel Leid bedeuten, sondern auch das Gesundheitssystem massiv belasten. 

Außerdem kritisiert die ÖGP am TNRSG-Entwurf, dass diesem folgend bei der Markteinführung von Nikotinprodukten immer noch eine stückweise Gratisabgabe erlaubt ist, die „nur der Neukundengewinnung und Suchtinitiierung“ diene. Zudem sei es unzureichend, dass auf den Packungen nur der Nikotingehalt angegeben sein muss. Auch der pH-Wert müsse erkennbar sein. Betrage der Wert statt sieben pH acht pH, verdoppele sich die Menge des frei verfügbaren, süchtig machenden Nikotins. (sst/APA)